Menschenexperimente, Mind Control und verwirrte "Einzeltäter"
Über den Hypnose-Hype in den 1960ern und verwirrte "einzelne" Attentäter
An den Anfang dieses Artikels werde ich eine Frage stellen, die am Ende leicht modifiziert wiederholt werden soll:
Angenommen die Techniken der Bewusstseinsmanipulation waren bereits vor 50 Jahren so weit fortgeschritten, wie nachfolgend erläutert wird - was genau sollte höchst einflussreiche Personen, die Zugriff auf Projekte zur Bewusstseinsmanipulation hatten (bzw. haben), eigentlich davon abhalten, nicht nur “Patsys” in Zusammenhang mit politischen Attentaten zu präparieren, sondern auch Präsidenten oder einflussreiche Politiker im eigenen Sinne zu manipulieren?
Alles Science-Fiction? Sie glauben nicht, dass es möglich ist, Patsys (Sündenböcke) zu programmieren oder Menschen mit einem Satz manipulierter Erinnerungen und Vorstellungen auszustatten oder dass Menschen dazu gebracht werden können, etwas zu tun, was ihren bisherigen Wertvorstellungen widerspricht? Nachfolgend wird dargestellt werden, weshalb Sie ihre bislang geltenden Annahmen wahrscheinlich korrigieren müssen. Am Ende dieses Artikels werde ich diversen Hypnose-Geschichten rund um die beiden Kennedy-Attentäter nachgehen, wobei in erster Linie belegt werden kann, wie weit verbreitet die Vorstellung von per Hypnose ferngesteuerten Marionetten in den 50er und 60er Jahren war, dass aber offenbar nicht alle derartigen Vorstellungen vollständig aus der Luft gegriffen waren.
Teil I dient dazu aufzuzeigen, wie es dazu kam, welche Art von Experimenten mit Drogen und Hypnose von CIA und anderen Diensten durchgeführt wurden und welche praktischen Möglichkeiten und Begrenzungen die Experimente letztendlich aufzeigten. Desweiteren wird es auch noch um Massenexperimente mit biologischen Waffen gehen.
I
Der unklare Begriff “Mind Control”
Die meisten Menschen, die diesen Artikel gefunden haben, dürften in etwa eine Vorstellung davon haben, was es mit dem Begriff “Mind Control” auf sich hat. Unglücklicherweise ist das englische Wort “mind” jedoch mindestens ebenso vieldeutig wie das englische Wort “intelligence”. Letzteres kann im deutschen tatsächlich unter anderem mit Intelligenz übersetzt werden, aber auch Einsicht, Information, Geheimdienstinformationen, Verstand, Auffassungsvermögen, Aufklärung, Klugheit, Geheimdienst, Geheimdienste, Nachrichten bedeuten.
Das englische Substantiv “Mind” kann übersetzt werden mit Erinnerung, Gedächtnis, Bewusstsein, Ansicht, Wille, Meinung, Geist, Gemüt, Gesinnung, und ebenso vieldeutig oder schwammig ist letztendlich die Bedeutung des Begriffs “Mind Control”. Andererseits trifft der englische Begriff genau aus diesem Grund den Sachverhalt wahrscheinlich besser als die simple Übersetzung von mind control als z.B. Bewusstseinskontrolle oder gar Gehirnwäsche, denn die Experimente zur Beeinflussung, Kontrolle und Formung von Menschen umfassen all die oben erwähnten Bereiche, wenn nicht noch mehr, und so gesehen fällt auch der Oberbegriff “Propaganda” in dieses Gebiet. Propaganda hat das Ziel, die Meinungen, Gedanken und sogar Gefühle der Zielgruppe zu prägen und zu formen. Wird also auch der Geist beeinflusst, oder um was geht es überhaupt? Und wie sieht es aus mit Verhaltenskontrolle?
In früheren Zeiten hat eindeutig die Kirche Werkzeuge und Methoden eingesetzt, die heute als Propaganda oder Methoden zur Verhaltenskontrolle, wenn nicht gar als Gehirnwäsche bezeichnet werden könnten. Dann kamen die Psychologen, Psychiater und Verhaltensforscher, die neue Methoden entwickelten, die Menschen zu formen und ihren Vorstellungen zu unterwerfen. Siehe zu diesem Thema z.B.:
Psychologie, Mind Control, Social Engineering (I)
Teil I Ich glaube, ich mach mir so langsam einen Spaß daraus, ständig neue erste Teile in die Welt zu setzen. Dies geschieht nicht etwa, weil diverse Folgeartikel nicht bereits in der Schublade lägen, sondern weil ich zu den jeweiligen Folgeteilen stets immer noch weitere Recherchen anstelle, woraus dann wieder ein neuer
Verhaltensforschung und -konditionierung entwickelten sich spätestens gegen Mitte des 20. Jahrhundert zu angesagten Wissenschaften. Tatsache ist jedoch, wir Menschen werden vom zartesten Kindesalter an konditioniert. Später beginnen wir damit uns selbst zu konditionieren, aufgrund von Gruppenzwang und von Vorstellungen, die wir über die Erwartungen anderer oder das Leben an sich haben. Bei jedem Bewerbungsgespräch verhalten wir uns so, wie wir glauben, dass dies von uns erwartet wird, und natürlich im Berufsleben ebenso. Tatsache ist: “Gehirnwäsche” und Konditionierung haben einen gemeinsamen Nenner und sind nur durch einen schmalen Grad unterschieden.
Im letzten Teil schrieb ich sinngemäß, dass ich trotz einiger Forschungen hinsichtlich der Frage, ob Lee Harvey Oswald aufgrund einer hypnotischen Anweisung auf Präsident John F. Kennedy angelegt hat, dieses Szenario für unwahrscheinlich halte. Erneut ins Grübeln kam ich, als ich in Zusammenhang mit diversen Hypnoseexperimenten die Story rund um die Morde von Robert Kennedy und Martin Luther King im Jahr 1968 genauer unter die Lupe nahm. Sirhan, der mit einem praktisch noch rauchenden Revolver in der Hand in nächster Nähe des niedergeschossenen Robert Kennedy niedergerungen wurde, ist das schlagendste Beispiel für einen potentiellen Hypnose-Kandidaten.
Was ich bei der Niederschrift des letzten Artikels noch nicht wusste, ist in diesem Zusammenhang, dass ein Hypnoseforscher namens Ludwig Mayer Anfang der 50er Jahre ein Experiment durchführte, bei dem er seiner hypnotisierten Testperson einen mit einer Platzpatrone geladenen Revolver gab, auf eine andere Person deutete und seiner Testperson erklärte, diese andere Person wäre ein ganz böser Mann, und er müsse diesen erschießen. Was die Testperson ohne Zögern und mit großer Begeisterung tat. Die “erschossene” Person fiel zu Boden, woraufhin Meyer seiner Testperson suggerierte, der Mann am Boden wäre noch nicht tot, er müsse nochmals schießen. Auch diesen Befehl führte die Testperson aus, ohne zu zögern.
Im vorangegangenen Beitrag wurde über ein ähnliches Experiment von Allen Morse berichtet, der einer Sekretärin unter Hypnose suggerierte, sie müsse eine schlafende Kollegin erschießen, weil diese sie umbringen würde, wenn sie sie nicht aufwecken könne. Was verschiedene zeitgenössische Experten, deren Meinung ich mich im letzten Beitrag anschloss, jedoch nicht als schlagenden Beweis für die Möglichkeit ansahen, einen Menschen derart zu präparieren, dass er praktisch in freier Wildbahn und entgegen seinem Willen, tatsächlich eine Reihe von vorbereitenden Handlungen ausführte, um - wie angeblich Lee Harvey Oswald - dann auf Kennedy anzulegen. Es fanden sich jedoch weitere glaubhafte Beispiele von Hypnose-Experimenten, die im Ernstfall zu Mord und Totschlag hätten führen können.
Was dem Fass den Boden ausschlägt, ist die Geschichte des Hypnotiseurs Björn Nielsen, der einen gewissen Hardrup hypnotisiert haben will, woraufhin Hardrup einen Banküberfall verübte, wobei ein Wachmann getötet wurde, eine Geschichte, die ich bisher nicht überprüfen konnte.
Möglichkeiten der Hypnose
Die Möglichkeiten, die Hypnose eröffnen, sind tatsächlich erstaunlich. Menschen können unter Hypnose offenbar unempfindlich gegenüber Schmerzen gemacht werden. Auch bin ich mir ziemlich sicher, dass Hypnose zu psycho-therapeutischen Zwecken oder zur Heilung von bestimmten Krankheiten eingesetzt werden kann. Vielleicht lassen sich so Beispiele von “Wunderheilungen” erklären, ebenso wie so manche seltsame Fähigkeit von Fakiren oder wenn Menschen über glühende Kohle laufen (es gibt auch Selbsthypnose).
Unter Hypnose wurde Menschen von Experten des Militärs der Auftrag gegeben, sich eine Seite mit einem völlig abstrakten Code einzuprägen. Nachdem sie aus der Trance erwachten, waren sie unfähig, sich an mehr als ein paar vereinzelte Buchstaben oder Zahlenreihen zu erinnern. Sobald sie erneut in Hypnose versetzt wurden, konnten sie die komplette lange Reihe von Zahlen und Buchstaben fehlerlos aufsagen. Dr. Bernard C. Gindes beschrieb diese Experimente, die er für die US-Armee in den späten vierziger Jahren durchführte, wie folgt:
„Ein Soldat mit Grundschulbildung konnte sich eine ganze Seite von Shakespeares Hamlet merken, nachdem er sich die Passagen sieben Mal angehört hatte. Als er aufwachte, konnte er sich an keine der Zeilen erinnern, und noch verblüffender war die Tatsache, dass er sich nicht an die hypnotische Erfahrung erinnern konnte. Eine Woche später wurde er erneut hypnotisiert. In diesem Zustand konnte er die gesamte Seite ohne einen einzigen Fehler repetieren. In einem weiteren Experiment zur Prüfung der Gültigkeit einer erhöhten Gedächtnisleistung wurden fünf Soldaten hypnotisiert und erhielten einen durcheinandergewürfelten „Code“, der aus 25 Wörtern ohne phonetische Konsistenz bestand. Sie hatten sechzig Sekunden Zeit, sich die Liste zu merken. Im Wachzustand wurde jeder Mann gebeten, den Code zu wiederholen; keiner von ihnen konnte es. Ein Mann erinnerte sich vage an einen Code, mehr konnte er sich jedoch nicht ins Gedächtnis rufen. Den anderen vier Soldaten wurde gestattet, den Code weitere sechzig Sekunden lang bewusst zu studieren, alle bestritten, ihn zuvor gesehen zu haben. Während der erneuten Hypnosesitzung konnten sich alle an den genauen Inhalt der verschlüsselten Nachricht erinnern.“ [Bowart, S. 62]
Laut Berichten, die aufgrund der vermaledeiten Geheimhaltung solcher Aktionen aber nur bedingt nachvollziehbar sind, wurden auf diese Weise präparierte Personen vom Militär oder von Geheimdiensten tatsächlich als Kuriere eingesetzt, um Nachrichten zu überbringen, die auf keinen Fall schriftlich niedergelegt bzw. kommuniziert werden durften.
Ein versierter Hypnotiseur kann seinen Versuchspersonen befehlen, alles, was während der Hypnosesitzung geschah oder gesagt wurde, vollständig zu vergessen, also eine Amnesie herbeiführen. Weiterhin bin ich, nach allem, was ich gelesen habe, davon überzeugt, dass es möglich ist, einer hypnotisierten Person eine falsche Erinnerung einzuprägen, was schon für sich gesehen ein riesiges Potential zu Missbrauch und Steuerung eines Menschen in sich birgt.
Induzierte Schizophrenie
Wie ich praktisch zu Beginn meiner ernsthafteren Forschungen vor ungefähr 10 Jahren sinngemäß einmal anmerkte: Stellen Sie sich vor, Sie hätten von einem Tag auf den anderen einen Satz veränderter Erinnerungen - wären Sie dann nicht auch ein anderer Mensch? Diese Möglichkeit wiederum führt direkt zum Thema induzierter Schizophrenie und Persönlichkeitsspaltung, und im Extremfall zu mehreren, jeweils tiefer verborgenen und extrem unterschiedlichen Persönlichkeiten.
1949 wurde ein Bericht der im vorletzten Beitrag erwähnten Rand Corporation veröffentlicht, mit dem Titel: “Are the Cominform Countries Using Hypnosis Techniques to Elicit Confession In Public Trials?”
Die Rand-Studie befasste sich ausführlich mit sowjetischen Hypnoseexperimenten aus dem Jahr 1923. „Am Staatlichen Institut für Experimentelle Psychologie in Moskau“, heißt es in dem Bericht, „wurde nachgewiesen, dass Hypnose dazu eingesetzt werden kann, einen Unschuldigen dazu zu bringen, starke Schuldgefühle zu entwickeln und eine kriminelle oder unmoralische Tat zu gestehen, die er nicht begangen hat.“ 1932 berichtete A.R. Luria, der damals Professor an der Akademie für Kommunistische Erziehung war, über die Experimente mit hypnotisch implantierten „Verbrechen“ […].
In diesbezüglichen Experimenten in der Sowjetunion wurden Erinnerungen implantiert, welche dem normalen Moralempfinden der Testpersonen zuwiderliefen, was nach dem Aufwachen zur Verdrängung der vermeintlichen unmoralischen Taten führte. Zum Beispiel wurde einer Frau suggeriert, dass sie ein schreiendes Kind mit einem Stock auf den Rücken und den Kopf geschlagen hätte. Bei der Befragung im Wachzustand leugnete die Frau die “Tat” zunächst, und gab erst während weiterer intensiver Befragungen nach und nach zu, was sie für Realität hielt. Fazit: Einer Person kann suggeriert werden, dass sie in der Vergangenheit großes Unrecht begangen habe, was zu seelischen Konflikten und Verdrängungsprozessen führt.
Der Rand-Bericht von 1949 trug in nicht geringem Maße dazu bei, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, die nationale Sicherheit als Begründung für kriminelle Handlungen im In- und Ausland einzusetzen und “mind control-Experimente” durchzuführen.
Weitere “Mord”-Experimente unter Hypnose
1947 wollte ein gewisser J.G. Watkins wissen, ob er einem Soldaten unter Hypnose dazu bringen konnte, einen Vorgesetzten anzugreifen oder gar umzubringen.
Nachdem die Person tief in Trance war, suggerierte Watkins dem Soldaten, dass der ihm gegenübersitzende Offizier ein japanischer Soldat sei, der versucht habe, ihn zu töten. Er müsse den “Japaner” töten oder er würde selbst von dem Mann getötet werden. Sofort sprang der Gefreite entschlossen auf und packte den Offizier an der Kehle. In seinem wachen Zustand wäre der Gefreite entsetzt gewesen bei dem Gedanken, einen Vorgesetzten erwürgen zu wollen. Doch unter Hypnose, im Glauben, der Offizier sei ein gefährlicher japanischer Soldat, musste der junge Soldat von drei kräftigen Assistenten von seinem Vorgesetzten zurückgezogen werden. Der Offizier war nur eine Haaresbreite davon entfernt, erwürgt zu werden, da der junge Mann bei seinem Versuch, den Offizier zu töten, der seiner Meinung nach ein Feind war, äußerst verbissen, ja geradezu fanatisch vorging. [Bowart, S. 63]
Watkins wiederholte das Experiment mit zwei Offizieren, die gute Freunde waren. Wieder suggerierte er dem einen, dass der andere ein feindlicher japanischer Soldat sei. Daraufhin griff der Hypnotisierte seinen Freund nicht nur an, sondern zückte auch noch ein verborgenes Messer, und nur dank eines geistesgegenwärtigen Assistenten, der eine Ausbildung in Kampfkunst hatte, konnte das Schlimmste verhindert werden.
Diese Beispiele bestätigen erst einmal folgendes: Wenn einem Menschen eine falsche Realität und drohende Lebensgefahr suggeriert werden kann, dann folgt das Subjekt dem Selbsterhaltungstrieb oder vielleicht auch tiefer sitzenden Motiven (wenn ein Soldat z.B. überzeugt davon ist, dass alle Japaner Todfeinde sind).
Selbstverständlich kann ein Mensch durch einen geschickten Hypnotiseur auch dazu gebracht werden, Geheimnisse zu verraten, seien es Staatsgeheimnisse oder persönliche Informationen, die ein Mensch normalerweise nicht preisgeben würde, was das enorme Interesse von Armee und Geheimdiensten an Hypnose-Techniken und “Wahrheitsdrogen” während des Kalten Krieges erklärt.
Einschränkend muss erwähnt werden, dass nicht alle Menschen gleichermaßen leicht hypnotisierbar sind (vergleichbares gilt auch für die individuelle Wirksamkeit diverser “Wahrheitsdrogen”, bewusstseinsverändernde Substanzen oder Alkohol, der ja die Zunge lockern soll), was u.a. vom Hypnotiseur und vom Testsubjekt abhängt, genauer gesagt vom Rapport zwischen Hypnotiseur und Versuchsperson. Je stärker das Vertrauensverhältnis zwischen Hypnotiseur und Klient, desto leichter fällt das Hypnotisieren.
Nicht zu vergessen ist natürlich, dass manche Menschen auch ohne irgendwelche Drogen leichter beeinflussbar sind als andere, dass Menschen aufgrund eines Abhängigkeitsverhältnisses oder als Resultat eines Gruppenzwangs zu Handlungen veranlasst werden können, die sie ohne den Einfluss einer Respektsperson oder der Gruppe nicht tun würden. Soldaten werden beispielsweise darauf gedrillt, andere Menschen zu töten, auch wenn sie vor ihrer Indoktrination nie an so etwas gedacht hätten.
Manche Menschen sind aus welchen Gründen auch immer schwerer zu hypnotisieren als andere. Leichter fällt die Hypnose im Allgemeinen, wenn ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Hypnotiseur und Versuchsperson besteht und natürlich müssen auch gewisse äußere Bedingungen gegeben sein. Wenn die Testperson ständig abgelenkt ist (durch äußere Umstände, tiefes Misstrauen oder Abneigung gegenüber dem Hypnotiseur oder z.B. intensive Beschäftigung mit was auch immer, was z.B. auf Psychopathen zutrifft), dürften jegliche Hypnoseversuche scheitern, sofern nicht mit diversen Drogen, zu denen wir gleich kommen, nachgeholfen wird. Wurde ein Mensch bereits einmal hypnotisiert oder in Trance versetzt, fällt der Prozess beim zweiten Mal offenbar leichter.
Festzuhalten bleibt: ein Mensch, dem suggeriert werden kann, dass sein Leben akut in Gefahr ist, wird kaum Hemmungen kennen, sich selbst vor der vermeintlichen Gefahr zu retten und sei es durch Mord und Totschlag.
Vorschläge von Rand wie ein falsches Geständnis erreicht werden könne
Der Rand-Bericht konstatiert weiterhin, dass Personen in hypnotisiertem Zustand zwar häufig einen humorlosen oder (in meinen Worten) automatenhaften Eindruck machten, dass dies aber nicht immer der Fall sein müsse.
Eine Reihe erfahrener Hypnotiseure sei in der Lage, ihre Probanden darin zu schulen, “so aufzutreten, dass Beobachter nicht erkennen könnten, dass sich der Proband in Trance befindet oder dass er unter hypnotischen Suggestionen handelt”. [Bowart, S. 69]
Der Rand-Report macht dann tatsächlich Vorschläge, mittels welcher Prozeduren ein falsches Geständnis höchstwahrscheinlich erreicht werden könne.
„Erstens: Schuldgefühle im Subjekt erwecken wegen unmoralischer Gedanken oder in der Vergangenheit tatsächlich begangener Taten. Zweitens: Schuldgefühle zu suggerieren wegen eines Verbrechens, an dem die Testperson tatsächlich unschuldig war, was auf die Einpflanzung falscher Erinnerungen hinausläuft. Die implantierte Schuld würde die Person zu einem Geständnis zwingen, wenn sie von einem Hypnotiseur oder einer anderen vom Hypnotiseur benannten Person untersucht wird. Drittens: Das Subjekt mittels posthypnotischer Suggestion darauf trainieren, auf ein einfaches Signal hin in Trance zu verfallen.“ Weiterhin müsste der Proband darauf trainiert werden, sein falsches Geständnis auf normale, überzeugende Weise abzulegen, so dass Beobachter den Trancezustand nicht erkennen könnten.
Wie ein unwilliger Mensch in Hypnose versetzt werden kann
Um einen Menschen unwillentlich in Hypnose zu versetzen schlägt der Rand-Bericht folgende Schritte vor:
Im Zuge einer medizinischen Untersuchung könne in beruhigender Weise auf das Subjekt eingewirkt werden, um die hypnotische Induktion zu verschleiern. Beispielsweise könnte ein Blutdrucktest durchgeführt werden, und der Person gesagt werden, dass sie sich vollständig entspannen muss, um eine angemessene Testaufzeichnung zu ermöglichen. Der Arzt könnte sodann Vorschläge machen, die zum Schlaf und einer hypnotischen Trance führen würden.
Hypnose könnte auch im normalen Erschöpfungsschlaf induziert werden, indem der Person sanft ins Ohr gesprochen werde.
Die Verwendung von Drogen, um Hypnose zu induzieren. Die hypnotischen Drogen würden das Subjekt entspannen, und dieses in einen “twilight state” versetzen, in dem das Unterbewusstsein sehr empfänglich für Beeinflussung sei.
Die wirksamste hypnotische Droge war laut den Erkenntnissen der Rand-Forscher offenbar “sodium pentothal” oder “sodium amytal”.
Die entsprechende Dosierung dieser Medikamente führt ausnahmslos zu einem Zustand leichten hypnotischen Schlafs. Während des Schlafs könnten dem Subjekt dann Vorschläge eingegeben werden, die die charakteristische tiefe hypnotische Trance hervorrufen würden. Während der ersten medikamenteninduzierten Trance könnte dem Patienten dann posthypnotisch nahegelegt werden, dass er zukünftig ohne den Einsatz von Drogen für Hypnose empfänglich wäre. Anschließend könnte der Proband dazu angeleitet werden, die Durchführung posthypnotischer Suggestionen zu üben. Er könnte dann erneut hypnotisiert werden, immer noch ohne seine bewusste Mitarbeit, diesmal jedoch ohne den Einsatz von Drogen. [Bowart, S. 70]
Da, wie der Bericht zugab, unklar war, ob und in wie weit eine unwillige und wachsame Person mit den weiter oben genannten Methoden tatsächlich in Hypnose versetzt werden könnte, sei wahrscheinlich die Drogentechnik diejenige Methode, die am ehesten Erfolg versprechen würde.
Die Rand-Forscher, denen in ihrer Begeisterung für die Landesverteidigung offenbar jedweder moralischer Kompass abhanden kam, schlugen weiterhin tatsächlich vor:
„Es ist denkbar, dass Elektroschockkrämpfe in einem sehr hohen Prozentsatz der Fälle als Zusatzmittel zur Erzielung von Somnambulismus eingesetzt werden können. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass es während der Verabreichung einer Reihe von Elektroschocks zu einer vorübergehenden geistigen Beeinträchtigung, diffusen Amnesien und einer allgemeinen „Schwächung des Egos“ kommt.”
Aufgrund diverser Untersuchungen zu den psychologischen Auswirkungen solcher Behandlungen wurde vermutet, dass Elektroschockkrämpfe die Resistenz gegen hypnotische Suggestionen verringern würden.
“Es ist daher denkbar, dass Elektroschockbehandlungen eingesetzt werden könnten, um den inneren Widerstand in schwierigen Fällen abzuschwächen und so eine hypnotische Trance von großer Tiefe zu erzeugen.“ [Bowart, S. 72, ungefähre Übersetzung]
Es stellt sich die nunmehr eigentlich hypothetische Frage, ob Forscher tatsächlich Elektroschocks angewandt haben, um herauszufinden, ob die Testsubjekte anschließend besser hypnotisiert werden könnten, die hier gleich mit einem eindeutigen JA beantwortet werden kann.
Massive Forschungen mit bewusstseinsverändernden Drogen und Techniken der CIA
Auf unvorbereitete Leser dürfte der schiere Umfang, den Forschungen in Richtung Bewusstseinsveränderung, Verhaltenskontrolle, Manipulationen des Gedächtnisses und Experimente zur Erforschung von diversen Drogen zu den verschiedensten Zwecken in den 50er und 60er Jahren annahmen, überraschend wirken.
Denn es ging nicht nur um ein paar vereinzelte Experimente und ein paar Dutzend unfreiwillige menschliche Versuchsobjekte, sondern die Zahl geht in die Zehntausende. Soldaten, Zivilbevölkerung, Häftlinge, Insassen von “Irrenanstalten” und “Besserungsanstalten”. Kinder inbegriffen. Als Belohnung für die Teilnahme an Experimenten wurde drogenabhängigen Häftlingen in einigen Anstalten Haftverkürzung versprochen oder gar Heroin oder was auch immer gegeben.
Darüber hinaus gab es auch sogenannte Freiwillige, die jedoch eher nicht über die Gefahren der Experimente aufgeklärt wurden. LSD-Versuche wurden ebenfalls an Kindern durchgeführt, die als schizophren oder sonstwie gestört identifiziert worden waren. Was vielleicht humaner war als Elektroschock-Therapien oder Lobotomie, nichtsdestotrotz aber Licht auf ein geradezu beängstigendes wissenschaftliches Verständnis wirft. Überdies unterlag die Diagnose “Schizophrenie” im Lauf der Jahre erheblichen Änderungen.
Die Angabe der Anzahl von zehntausenden von Opfern der Mind Control-Experimente ist ganz sicher nicht übertrieben, wenn man berücksichtigt, dass nicht nur OPC und CIA experimentierten, sondern auch ONI (Marinegeheimdienst), das Militär (speziell in Camp Detrick) und verschiedene Forschungsinstitute, Universitäten, gewisse Krankenhäuser, Stiftungen. Genauere Zahlen siehe weiter unten.
Weitere fragwürdige Experimente
Es folgen einige Beispiele, die den Umfang fragwürdiger Experimente am Menschen erahnen lassen. Wieder reicht die Geschichte zurück bis zum 2. Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit:
Projekte der Special Operation Division (SOD) von Camp Detrick, die auch mehr als fünfzig Jahre später noch als geheim eingestuft wurden, wurden an eine Reihe amerikanischer Arzneimittelhersteller vergeben, die „verschiedene pharmazeutische Produkte testeten, die für die Forschungs- und Entwicklungsphase von Interesse sind“. Einige dieser Drogentests wurden ehemaligen Wissenschaftlern von Camp Detrick zufolge in Haiti und Britisch-Guayana durchgeführt. Wie ein ehemaliger SOD-Forscher erklärte:
Warum Haiti? Warum Guyana? Einfach. Es gab keine Gesetze oder Regeln in Bezug auf das, was wir taten. Die Unternehmen wussten das. Niemand von nennenswerter Bedeutung hat aufgepasst. Die in den Experimenten verwendeten Personen hatten für niemanden eine Bedeutung. Familien, Verwandte waren kein Problem.
Der ehemalige SOD-Wissenschaftler identifizierte weitere Standorte, an denen ähnliche SOD-Projekte durchgeführt wurden, wie:
Zentralafrika, damals Belgien Kongo. Wir haben offensichtlich in Europa, in England und Frankreich gearbeitet. Einige davon wurden in Marokko durchgeführt, andere im Irak und den Nachbarländern, in Vietnam und einige Projekte in Kanada. Dabei ging es nicht ausschließlich um Produkttests. Einige waren “follow ups” von Experimenten, durch die wir durch gefangen genommene deutsche und japanische Wissenschaftler und erbeutete Akten erfahren haben.
Verschiedene Wahrheitsdrogen wie sodium pentothal wurden nach dem Krieg gleich mal bei Verhören deutscher Informanten, verdächtiger Doppelagenten und von Überläufern eingesetzt. 1950 reiste beispielsweise der spätere CIA-Direktor William Harvey nach München-Pullach, wo Gehlens Org residierte, einen Vorrat an Wahrheitsdrogen im Gepäck, die dort im Rahmen von Projekt Bluebird verwendet wurden. Bluebird war Vorläufer des Projektes Artichoke, welches wiederum Projekt MK-Ultra voranging.
In der chaotischen Zeit im Nachkriegsdeutschland verschwanden immer mal wieder Menschen, die z.B. als sowjetische Spione verdächtigt wurden, entführt von OPC oder der Gehlen-Org und landeten in CIA-Häusern, safe houses genannt. Insbesondere ehemaliges SS-Personal bot sich in dieser quasi rechtsfreien Umgebung für sogenannte “terminal experiments” an, das heißt die verschiedensten Befragungsmethoden und Drogen wurden bis aufs Äußerste ausgereizt bzw. in extremen Dosen verabreicht. Starben diese Leute an Überdosen oder unsachgemäßer Anwendung der experimentellen Drogen, krähte kein Hahn danach.
Deutsche Wissenschaftler waren natürlich aufgrund ihrer Erfahrung bei der Durchführung grausamster Menschenexperimente in den Konzentrationslagern gefragt, gleiches galt für Japaner, insbesondere die Mitarbeiter der berüchtigten Unit 731, deren brutale Experimente in der Mandschurei mit Bakterien wie z.B. Tuberkulose oder Anthrax und tödlichen Chemikalien einen extrem hohen Zoll an Menschenleben gefordert hatten. Albarelli schrieb, dass die japanischen Experimente an Chinesen, Koreanern, Russen und manschurischen Kriegsgefangenen die Experimente an Menschen in den deutschen Konzentrationslagern in denselben Bereichen wie ein “Kinderspiel” (childs play) aussehen ließen. Amerikanische Wissenschaftler, bald im epischen Kampf gegen den Kommunismus gefordert, nahmen die Erkenntnisse begierig an.
II Biologische Kampfstoffe
In den USA
Giftgase (Chlorgas) kamen bekanntlich im 1. Weltkrieg zum Einsatz, und die Manipulation menschlicher Gehirne inklusive Lobotomie und Elektroschocks war bei Psychiatern bereits seit spätestens der Jahrhundertwende in Mode. Doch die Forschung und der Einsatz von bakteriologischen Kampfstoffen blieb den 30er Jahren bzw. dem 2. Weltkrieg vorbehalten.
Am 3. Februar 1939 tauchte Dr. Ryoichi Naito, Assistent von Dr. Shiro Ishii, Leiter des bakteriologischen Kriegsführungsprogrammes in Japan, im Rockefeller Institute of Medical Research auf, und fragte nach Proben des Gelbfieber-Virus-Stammes (über “Viren” habe ich an anderer Stelle viel geschrieben, verwende jedoch den Ausdruck, um die Sache nicht zu kompliziert zu machen), der dort für Impfprogramme aufbewahrt wurde. Das Institut lehnte es ab, dem Arzt Proben des Virus auszuhändigen, doch Ryoichi Naito war hartnäckig und kehrte bald darauf wieder zurück, um erneut Fragen nach dem Virus zu stellen. Bei einem von Naitos ungebetenen Besuchen prahlte der japanische Arzt damit, dass er kürzlich achtzehn Monate am Robert Koch-Institut in Berlin verbracht hatte. Zu dieser Zeit war das Koch-Institut, eine renommierte Forschungseinrichtung, ein Zentrum der biologischen Forschung der Nazis.
Freigegebenen Dokumenten des militärischen Geheimdienstes zufolge näherte sich einige Tage später ein gut gekleideter Mann einem Labortechniker des Rockefeller Institute auf der Straße ein paar Blocks vom Institut entfernt. Der Mann, der sich nicht identifizieren wollte und mit einem unbekannten ausländischen Akzent sprach, teilte dem Techniker mit, dass er für einen berühmten Wissenschaftler arbeite, der Proben eines extrem virulenten Gelbfieberstamms benötige, der sich im Besitz des Instituts befinde.
Der Techniker verwies den Mann auf die Institutsleitung, doch der sagte, das würde wegen professioneller Eifersüchteleien nicht funktionieren. Und er bot 1000 Dollar für die Hilfe des Technikers an.
Als der Techniker das Angebot ablehnte, sagte der Mann: „Was wäre, wenn ich Ihnen jetzt 1.000 Dollar und bei Lieferung noch einmal 2.000 Dollar geben würde?“
Abermals lehnte der Techniker, dessen Jahresgehalt sich auf weniger als die Hälfte des angebotenen Betrages belief, nervös ab und teilte dem Mann mit, dass Gelbfieberkulturen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gehalten würden. Unbeeindruckt schlug der Mann vor, das Virus aus einem der eingesperrten Primaten des Instituts zu extrahieren. Nachdem diese und andere Optionen abgelehnt worden waren, ging der Mann wütend weg und wurde nie wieder gesehen. [Albarelli, S. 43 f.]
Sechs Monate später schrieb der anerkannte japanische Biologe Dr. Yonetsugi Miyagawa einen Brief an Dr. Wilbur Sawyer, Direktor des Rockefeller Institutes, in dem er um Proben des Virus bat. Sawyer lehnte ab und verständigte umgehend die Behörden.
Langsam aber sicher kam daraufhin die amerikanische Forschung an biologischen Kampfstoffen in Gang. Am 17. Februar 1942 erhielt Kriegsminister Henry Stimson eine über 1000 Seiten umfassende Studie über die weltweiten Kapazitäten und Anstrengungen zur bakteriologischen Kriegsführung. Am 15. April 1942 autorisierte Präsident Roosevelt die Gründung des War Research Service (WRS) unter Leitung von George W. Merck, Chef des gleichnamigen Pharmaunternehmens, das ursprünglich für entsprechende Projekte zuständig sein sollte. Selbstverständlich begann nun wieder das bekannte Kompetenzgerangel zwischen verschiedenen Diensten und Regierungsstellen, wozu unter anderem der US-Public Health Service, das Army G2-Geheimdienstkorps, der Marinegeheimdienst (ONI), das FBI und Donovans OSS gehörten, und das schließlich vom Army Chemical Warfare Center für sich entschieden wurde. George Merck und WRS mussten sich letztlich mit einer beratenden Funktion zufriedengeben.
Da sich das Edgewood Arsenal für die geplanten Projekte als ungeeignet erwies, fiel die Wahl des neuen Standortes für die biologische Kriegsführungsforschung schließlich auf Detrick Field, eine von drei Ausbildungsstätten des OSS in den USA. Detrick Field wurde im April 1943 umbenannt in “Camp Detrick”.
Unit 731
Die Mandschurei wurde 1939, nach der Besetzung, zum Hauptversuchsgebiet für Japans Programm zur biologischen Kriegsführung, das als Einheit 731 bezeichnet wurde. Das Hauptquartier befand sich in Ping Fan außerhalb von Harbin, im äußersten Nordosten der Mandschurei, und wurde von Oberst Ishii Shiro geleitet, einem Absolventen der Universität Kyoto im Jahr 1920, der das japanische Oberkommando davon überzeugte, ihm die Entwicklung chemischer und biologischer Waffen zu gestatten und diese an Chinesen in der Mandschurei zu testen.
Pu Yi [der von Japanern eingesetzte Kaiser von Manchuko] sagte später, er habe erfahren, dass seine Untertanen von den Japanern versklavt wurden, um diese Anlagen zu bauen, und dann vergiftet, um die Standorte geheim zu halten. Später, während des Pazifikkrieges, wurden weitere Labore in Peking, Kanton und Singapur eingerichtet, in denen Experimente an alliierten Kriegsgefangenen und zivilen Gefangenen durchgeführt wurden. Kaiser Hirohito wurde während mindestens einer protokollierten Besprechung mit Oberst Ishii ausführlich darüber informiert. Die Brüder des Kaisers besuchten Ping Fan, um die Experimente zu beobachten. Prinz Mikasa, Hirohitos jüngster Bruder, gab nach dem Krieg zu, dass er Filme gesehen habe, in denen „eine große Anzahl chinesischer Kriegsgefangener ... auf der mandschurischen Ebene marschieren mussten, um an Giftgasversuchen an lebenden Versuchspersonen teilzunehmen”. Andere, so sagte er, seien „an Pfähle auf einem weiten Feld gebunden [und] vergast und erschossen worden. Es war eine schreckliche Szene, die man nur als Massaker bezeichnen kann.” [Gold Warriors, S. 31]
Japanische Wissenschaftler führten auch geheime Experimente mit biologischen Kampfstoffen an ihren Opfern durch. Mindestens 3000 Personen starben bei den Versuchen, wahrscheinlich viel mehr. Eine Untersuchung von 2002 kam zum Ergebnis, dass die Aktionen Japans in China inkl. des Einsatzes von biologischen Kampfstoffen ca. 580.000 Chinesen das Leben kostete:
In 2002, researchers estimated the number of Chinese individuals, both in war and during Unit 731’s human experimentation, at approximately 580,000. [warhistoryonline.com]

Während des Korea-Krieges, so stellte ein amerikanischer Untersuchungsausschuss namens ISC nach Beendigung des Krieges fest, waren in zahlreichen Dörfern in Korea und China Fälle von Beulenpest und anderer Krankheiten aufgetreten, die mit dem Auftreten von damals nicht in diesen Gebieten verbreiteten Insekten einhergingen. Die Rede ist von „Flohbomben“, mit Erregern gefüllte Behälter voller Flöhe, welche die Beulenpest übertrugen. Ob die USA tatsächlich bakteriologische Kriegsführung in der beschriebenen Form betrieben haben, ist wahrscheinlich nicht beweisbar. Allerdings soll diese Methode von den Japanern in China angewandt worden sein, von eben der angesprochenen Einheit 731.
Einige japanische Kriegsverbrecher wurden tatsächlich verurteilt, andere jedoch bestimmten in der Nachkriegszeit den Kurs der von den USA finanzierten japanischen Einheitspartei (LDP) und saßen in der Regierung. Nobusuku Kishi, einer der Kriegsverbrecher, wurde von Charles Willoughby gerettet und Führer der LDP. Japanische Wissenschaftler, die in Unit 731 gearbeitet hatten, wurden sogar in die USA verbracht, und die Experimente von CIA- und Army-Spezialisten ausgewertet.
John Marks merkt an:
Aus irgendeinem Grund hat die US-Regierung keinen Wert darauf gelegt, Informationen über den Einsatz biologischer Kriegsführung durch Japan zu veröffentlichen. Eine hochrangige Quelle aus Camp Detrick sagte, „Wir wussten, dass sie die Mandschurei besprüht haben”. Wir hatten die Ergebnisse darüber, wie sie [die biologischen Arbeitsstoffe, einschließlich Milzbrand] produzierten und verbreiteten.... Ich habe die Autopsieberichte selbst gelesen. Wir hatten Leute, die nach dem Krieg nach Japan gingen.“ [The search for the Manchurian Candidate, S. 75]
Der amerikanische Verbindungsoffizier Tommy Thompson, der zunächst mit der Befragung des Leiters von Unit 731, General Shiro Ishii, betraut war, erschoss sich im Mai 1951 in einem Hotel in Japan. Der japanische General erhielt nach zähen Verhandlungen, in denen er standhaft behauptete, in der Mandschurei sei lediglich in einigen kleinen Laboren und ausschließlich an Tieren experimentiert worden, Immunität vor strafrechtlicher Verfolgung zugesagt, und soll später in Camp Detrick Vorträge gehalten haben.
Die Alsos Mission in Europa und diverse Experimente
Selbstverständlich wurden auch deutsche Spezialisten für biologische Kampfmittel im Rahmen von Operation “Overcast” oder “Paperclip” von den Amerikanern angeheuert und in die USA geschafft. Die 1943 startende Alsos Mission unter Leitung von Boris Pash, der laut E. Howard Hunt später eine Assassinen Truppe anführte (CIA-Code- bzw. Abteilungsbezeichnung Program Branch 7 oder PB/7), die Probleme aus dem Weg schaffte, hatte ursprünglich den Auftrag, Nazi-Wissenschaftler aufzugreifen, die sich mit Nuklear-Forschung befassten. Gegen Ende des Krieges hin wurde jedoch auch nach Deutschlands Topforschern in Sachen chemische und biologische Kriegsführung gesucht. Unter ihnen befand sich Erich Traub, spezialisiert auf virale und bakteriologische Krankheiten, der direkt unter Reichsführer Himmler gearbeitet hatte. Assistiert wurde er in den USA von Anna Burger, die ebenfalls direkt nach dem Krieg in die USA verbracht worden war und zunächst für das biological warfare Programm der Navy zu arbeiten begann.
Traub, der ernsthaft für die Position des Direktors auf Plum Island in Betracht gezogen wurde, arbeitete auch am Naval Medical Research Institute in Bethesda, Maryland, den Forschungslabors des US-Landwirtschaftsministeriums, ebenfalls in Maryland, und am Armed Forces Institute of Pathology in Washington, DC, Institute, die auch in Zusammenhang mit MK-Ultra Experimenten erwähnt werden. Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Dr. Traub ein Stipendium am Rockefeller Institute in Princeton, New Jersey, erhalten und nahm während seines Aufenthalts dort häufig an Pro-Hitler-Kundgebungen im Camp Siegfried der amerikanischen Nazi-Bewegung auf Long Island teil. [Albarelli, S.77] Zu diesem amerikanischen Nazi-Camp s. den letzten Artikel.
Auf Plum Island, 130 Meilen vor der amerikanischen Ostküste gelegen, wurde vom Army Chemical Corps hoch geheime und ebenso gefährliche Forschung an biologischen Kampfstoffen betrieben, an der auch die CIA beteiligt war. Ein Mittel, das Schweinepest verursacht, und 1971 fünfhunderttausend Schweine in Kuba getötet habe, sei ursprünglich auf Plum Island entwickelt worden.
Alsos-Agenten waren besonders daran interessiert, den Nazi-Anthrax-Experten SS-Generalmajor Dr. Walter P. Schreiber zu finden, doch 1945 tauchte Schreiber ab oder er wurde von den Russen gefasst, die mit den selben Zielen in Deutschland unterwegs waren wie die Alsos-Mission. 1948 tauchte Schreiber aus unerklärlichen Gründen in West-Berlin wieder auf und behauptete, er sei vor oder von den Russen geflohen, was ihn selbstverständlich unter Verdacht stellte, ein russischer Doppelagent zu sein. Dennoch wurde Schreiber als einer der wertvollsten Wissenschaftler betrachtet, die dem Projekt Alsos in die Fänge gerieten.
Schreiber und SS-Oberst Wolfram Sievers, Direktor des Ahnenerbe-Instituts für wissenschaftliche Forschung (Himmlers Denkfabrik für Okkultismusforschung), waren für das Projekt verantwortlich, das von 1942 bis November 1943 in Konzentrationslagern durchgeführt wurde. Bemerkenswerterweise wurde Schreiber vom Counter Intelligence Corps (CIC) der US-Armee angeheuert, obwohl er wegen Kriegsverbrechen gesucht und stark verdächtigt wurde, ein Doppelagent der Russen zu sein. Sievers wurde 1948 gehenkt, Schreiber wurde im Mai 1952 aufgrund des wachsenden Drucks der Öffentlichkeit bzw. kritischer Presseberichte nicht etwa nach Deutschland abgeschoben, sondern nach Buenos Aires, wo er der argentinischen Perón-Regierung als Experte für “Krankheiten und Epidemien” zur Verfügung stand.
1949 wurde Operation “Harness” von Amerikanern, Briten und Kanadiern durchgeführt, bei dem mehrere tausend Tiere getötet wurden. Die Tiere wurden mit tödlichem Milzbrand, Brucellose und Tularämie besprüht, während sie in Containern und Schlauchbooten vor der Küste trieben. Aufzeichnungen zeigen, dass etwa 1000 in das Gebiet transportierte Schafe vor Beginn des Experiments getötet werden mussten, weil sie als „ungeeignet“ befunden wurden, und dass fast 500 Rhesusaffen bei ihrer Ankunft geschlachtet wurden, weil sie an einer Lungenentzündung erkrankt waren. Unter anderem wurde bei den Experimenten, die Wirksamkeit der Schutzanzüge überprüft. Viele der beteiligten Bakteriologen litten unter extremer Hitzeerschöpfung und Dehydrierung, weil die Anzüge so schwer waren.
Berichten in der westindischen Presse zufolge hat niemand jemals berechnet, „wie viele Antiguaner, Bahamaer und Hebriden infolge des Experiments starben oder schwer erkrankten“, „weil die britische Regierung es immer noch nicht sagt“.
Im Jahr 1953 erlangte der Biochemiker Dr. John Schwab im Camp Detrick den Status einer lebenden Legende, nachdem er 1949 einen „Verletzlichkeitstest“ des Pentagon-Gebäudes beaufsichtigt hatte. Der Test bestand darin, zwei 3-Mann-Teams in den Komplex zu schicken, die vorgaben, die Luftqualität prüfen zu müssen. Die Teams sprühten Milliarden von angeblich harmlosen Serratia marcescens-Mikroben in die Einlassventile der Klimaanlage des Gebäudes und bewiesen damit, dass die Sicherheitsvorkehrungen des Pentagons unzureichend waren. Wäre die Aktion von feindlichen Kräften und mit Anthrax durchgeführt worden, wäre die Hälfte der militärischen Führungsspitze des Landes ausgelöscht worden.
Anthrax und andere tödliche biologische Stoffe
Bis Mitte 1953 hatten SOD-Forscher eine Liste mit fast 150 tödlichen Substanzen zusammengestellt, die sie ausgiebig getestet hatten und bei denen Tausende von Tieren getötet wurden. Das SOD-Inventar umfasst viele bekannte krankheitserregende Substanzen — Salmonella typhimurium; Botulinumtoxin; Staph EntB; Schalentiergift; Bacillus anthracis (Anthrax); und Variolavirus (Pocken) — sowie weniger bekannte — Toxiferin; Microcystis seruginosa-Toxin; Pasteurella tularensis (Tularämie); Coccidioides immitis (Talfieber); und Bungarus Candidus-Gift. [Albarelli, S. 320]
In Camp Detrick und auf Plum Island wurden Anthrax-Sporen en masse produziert. In einem der beiden Labore soll genügend Anthrax gelagert worden sein (und lagert vielleicht immer noch dort), um die gesamte Bevölkerung der Vereinigten Staaten auszulöschen.
Als ich diese und ähnliche Berichte las, kam mir die Story in Erinnerung, nach welcher die Briten Helgoland 2 Wochen nach der Kapitulation bombardierten, möglicherweise weil die Nazis dort ähnlich grässliche Experimente durchgeführt hatten. Doch auch die Briten waren gewiss nicht zimperlich bei ihren Versuchen: Eine Insel vor Schottland soll heute noch Sperrgebiet sein. Der Grund: der Boden sei mit Anthrax-Keimen verseucht.
Unvergessen bleibt der Anthrax-Hype, der einige Tage nach 9/11 begann und insgesamt 4 Todesopfer forderte. Schließlich stellte sich heraus, dass die Anthrax-Sporen nicht etwa vom Schurken Saddam Hussein oder von Osama bin Laden produziert worden waren, sondern in Fort Detrick, das übrigens kurz vor dem Corona-Hype im Herbst 2019 geschlossen wurde.
Knapp 50 Jahre zuvor kam es zu Amerikas erster und einziger Anthrax-Epidemie, welche Arbeiter einer Fabrik heimsuchte, die Ziegenfell aus Pakistan verarbeitete. Es kam zu vier Todesfällen. Zwischen 1900 und 1957 waren weltweit 21 Opfer von Anthrax-Vergiftung registriert worden, nirgendwo und zu keinem Zeitpunkt war indes von einer Anthrax-Epidemie die Rede.
Zum Zeitpunkt des tödlichen Anthrax-Ausbruchs in Arms Mill war die Produktionsanlage Standort für Tests eines experimentellen Anthrax-Impfstoffs. Tests an den Arbeitern der Fabrik —, die aufgrund des Umgangs mit tierischen Produkten wie Ziegen- und Schafhaaren als Anthrax-gefährdet galten — und Impfungen hatten im Mai 1955 still und leise begonnen und wurden von den Biological Warfare Laboratories des Chemischen Korps in Fort Detrick gesponsert. Obwohl weitere 21 Arbeiter von dem “Ausbruch” betroffen waren, wurde die Fabrik seltsamerweise nicht vor 1968 geschlossen. Mehr als bemerkenswert ist jedenfalls der Umstand, dass die Armee-Wissenschaftler von Camp Detrick just zur Zeit des “Ausbruchs” anwesend waren.
1958 starb auch noch ein junger Freiwilliger des Militärs, nachdem er eine Reihe von Impfungen erhalten hatte, inklusive gegen Anthrax.
Im September 1950 führten Army- und Navy-Wissenschaftler in Kalifornien abermals einen mehrtägigen Test mit dem angeblich harmlosen Bakterium Serratia marcescens als Anthrax-Ersatz durch. Ein Minenboot versprühte das Ärosol aus 2 Meilen Entfernung in Richtung San Francisco. Albarelli schrieb:
Nachdem das Schiff unter der Golden Gate Bridge hindurch zu einer Position etwa drei Kilometer vor der Küste von San Francisco geglitten war, steuerte es die nächsten sechs Tage die Küste auf und ab, während es „drei Kilometer lange Linien“ aus Bakterien versprühte, vermischt mit „separaten Schichten fluoreszierender Partikel ... bestehend aus Zinkcadmiumsulfid, einer chemischen Verbindung, die unter Bestrahlung mit Ultraviolettlicht leuchtet“. Es gab anscheinend tatsächlich mehrere Opfer, die die harmlosen Bakterien nicht so gut vertrugen, doch Details wurden nicht an die große Glocke gehängt.
Der Zweck des Experimentes war herauszufinden, wie angreifbar amerikanische Städte wären. [Albarelli, S. 73] Mehr Details dazu und ein paar anderen Experimenten s. Die Covid Biolabor-Chimäre (1) Die Rechtfertigung für die Anthrax-Forschung waren wieder einmal Berichte, nach denen es der Sowjetunion erfolgreich gelungen sei, einen Impfstoff gegen Anthrax zu entwickeln.
III - Drogen zur Kriegsführung
MK-ULTRA
Am 3. April 1953 schlug Deputy Director Helms Allen Dulles vor, dass die CIA unter Gottlieb ein Programm zur „verdeckten Verwendung biologischer und chemischer Materialien“ einrichten sollte. Helms stellte klar, dass die Agentur diese Methoden bei „gegenwärtigen und zukünftigen geheimen Operationen“ einsetzen könne, und fügte hinzu: „Abgesehen vom Angriffspotential vermittelt uns die Entwicklung weitreichender Fähigkeiten auf diesem Gebiet ein umfassendes Wissen über das theoretische Potenzial des Feindes und ermöglicht uns so, uns gegen einen Feind zu verteidigen, der bei der Anwendung dieser Techniken möglicherweise nicht so zurückhaltend ist wie wir.“ ?
Am 13. April bewilligte Dulles das Programm und den Namen MK-ULTRA. Er genehmigte außerdem ein Anfangsbudget von 300.000 Dollar, befreite das Programm von den normalen Finanzkontrollen der CIA und erlaubte TSS, Forschungsprojekte zu beginnen, „ohne die üblichen Verträge oder andere schriftliche Vereinbarungen zu unterzeichnen“. Laut Dulles solle allein die Unterschrift von Sidney Gottlieb und Willis Gibbons ausreichen, wenn es um Ausgaben für das Projekt ging, womit die Aktivitäten weitgehend jeglicher externer Kontrolle entzogen wurden. Albarelli schrieb, dass wie es so oft in Regierungsangelegenheiten der Fall sei, die Aktivität, die Allen Dulles mit MKULTRA genehmigte, bereits im Gange war, noch bevor die entsprechende bürokratische Struktur existierte.
Unter dem Codenamen MKDELTA hatten die Clandestine Services im Jahr zuvor Verfahren zur Regelung der Verwendung von CBW-Produkten (chemisch-biologischen Waffen) eingerichtet. (MKDELTA wurde nun zur operativen Seite von MKULTRA.) Ebenfalls 1952 hatte TSS eine Vereinbarung mit der Special Operations Division (SOD) des biologischen Forschungszentrums der Armee in Fort Detrick, Maryland, getroffen, wonach SOD waffenfähige Keime bzw. Mikroorganismen für die CIA herstellen würde (mit dem Programm namens MKNAOMI).
Die Zusammenarbeit von Camp Detrick bzw. der Armee und CIA begann jedoch bereits früher, s. u.
Experimente mit Psycho-Chemikalien
Doch nicht nur an Nazis und Überläufern wurden die Stoffe ausprobiert, auch im eigenen Land wurde hemmungslos geforscht und mit Menschen experimentiert.
“BZ” wurde von den Armee-Chemikern des Edgewood Arsenal entwickelt, ein Stoff zehnmal so stark wie LSD-25. BZ wird als halluzinogenes „Supermedikament“ beschrieben und soll so stark sein, dass eine Person, die es einnahm, danach oft über lange Zeiträume an Amnesie litt.
Um seine Wirkung zu testen, wurde BZ 2.490 „Freiwilligen“ verabreicht. General Lloyd Fellenz, ehemaliger Kommandant der Edgewood-Anlage, sagte, der Zweck des BZ-Experiments bestehe darin, ein handlungsunfähig machendes Gas oder Medikament herzustellen, das in die Wasserversorgung eines Feindes eingespeist werden könne. Albarellis Angaben zufolge wurde BZ unter anderem in Vietnam eingesetzt.
Ein gewisser Dr. James Hamilton war bereits in der 1. Hälfte der 1950er Jahre zu MK-Ultra gestoßen. Als West Coast Supervisor forschte Hamilton für Sidney Gottlieb & Co an Tests von Psychochemikalien, Inhalation von Karbondioxid und ähnlichen Forschungsfeldern.
Hamilton arbeitete über ein gemeinnütziges Forschungsinstitut mit Verbindungen zu Gottliebs Technical Services Staff (TSS) daran, wie es in einem Dokument heißt, “klinische Tests von Materialien zur Verhaltenskontrolle” an (Gefängnis-) Insassen durchzuführen. Hamiltons Aufgabe bestand darin, „Antworten auf spezifische Fragen und Lösungen für spezifische Probleme zu geben, die für die Agentur von unmittelbarem Interesse sind.“ Innerhalb von sechs Monaten in den Jahren 1967 und 1968 gab der Psychiater über 10.000 Dollar aus CIA-Mitteln aus, nur um Freiwillige zu bezahlen (die ein paar Dollar als Lohn erhielten), was bei normalen Raten bedeutete, dass er allein in diesem Zeitraum an 400 bis 1.000 Häftlingen experimentierte. [The Search for the Manchurian Candidate, S. 175]
Interessant ist weiterhin, dass ein gewisser Dr. Carl Pfeiffer, ein anerkannter Pharmakologe, nicht nur LSD und andere Drogen an Häftlingen ausprobierte, sondern Ende der 60er Jahre auch in einem Komitee der Food and Drug Administration (FDA) saß. Sie wissen sicherlich, dass die FDA im Laufe ihrer Geschichte keine Hemmungen kannte, z.B. Glyphosate durchzuwinken, Flour im Trinkwasser und genmanipulierte Nahrungsmittel zu empfehlen und so weiter. Siehe hierzu Operation geglückt - Patient tot …
Der unheimliche Dr. Isbell
Es gibt sicherlich viele weitere sogenannte Wissenschaftler, beispielsweise Dr. Ewen Cameron (Cameron versuchte sich insbesondere an der Deprogrammierung und Neuprogrammierung seiner Opfer) vom Allen Memorial Institut, die sich mit menschenverachtenden Experimenten hervortaten, doch der Fall des Dr. Harris Isbell, dessen Arbeit als CIA-Cover über die Navy finanziert und vom National Institute of Health bewilligt wurde, machte mich abermals sprachlos.
Als Direktor des Suchtforschungszentrums des riesigen Federal Drug Hospitals in Lexington, Kentucky, hatte er Zugang zu einer buchstäblich gefangenen Bevölkerung. Den Häftlingen wurde durch Gerüchte mitgeteilt, dass sie, wenn sie sich freiwillig für Isbells Programm meldeten, entweder mit der Droge ihrer Wahl oder in einer Reduzierung ihres Strafmaßes belohnt würden. Die meisten Süchtigen entschieden sich für Drogen —normalerweise Heroin oder Morphin von einer Reinheit, die man auf der Straße selten sieht. Die Probanden unterzeichneten ein Einwilligungsformular, wurden jedoch nicht über die Namen der experimentellen Medikamente oder die wahrscheinlichen Wirkungen informiert. Dies spielte keine große Rolle, da die „Freiwilligen“ wahrscheinlich ihre informierte Zustimmung zu praktisch allem gegeben hätten, um an harte Drogen heran zu kommen.
Angesichts Isbells nahezu unbegrenzter Auswahl an Subjekten nutzten TSS Offizielle die Anlage in Lexington, um schnelle Tests von vielversprechenden neuen Drogen und spezielle Experimente durchzuführen, die sie nirgendwo anders sonst hätten duplizieren können. Beispielsweise führte Isbell eine Studie durch, für die unmöglich (informierte) studentische Freiwillige gewonnen hätten werden können. Er hielt sieben Männer 77 Tage lang ununterbrochen auf LSD-Trip.
Für Dr. Isbell war es nur ein weiteres Experiment von vielen. „Ich hatte sieben Patienten, die das Medikament nun seit mehr als 42 Tagen einnehmen“, schrieb er mitten im Test, den er als „den erstaunlichsten Nachweis der Arzneimitteltoleranz, den ich je gesehen habe“ bezeichnete. Isbell versuchte, „diese Toleranz zu durchbrechen“, indem er den Insassen drei- und vierfache Dosen LSD verabreichte. [The search for the Manchurian Candidate, S. 54] Was aus den Opfern dieser Versuche geworden ist, ist nur in sehr wenigen Fällen bekannt geworden. Falls die Gehirne nicht völlig Matsch waren nach den Versuchen und der eine oder die andere doch an die Öffentlichkeit ging, stießen die Opfer in aller Regel auf puren Unglauben. Viel wahrscheinlicher wurden die Betreffenden als “Wirrköpfe” oder “Verschwörungstheoretiker” abgetan.
Bei Senatsanhörungen im Jahr 1977 fasste CIA-Direktor Stansfield Turner einige der Erfolge von MKULTRA - wozu Tests mit einer sehr langen Liste von Drogen und Chemikalien zählten, sowie Elektroschocks, Lobotomie, Sinnesentzug, Einsetzen von Elektroden usw. - während seines elfjährigen Bestehens zusammen: Das Programm vergab Aufträge an 80 Institutionen, darunter 44 Colleges oder Universitäten, 15 Forschungseinrichtungen oder private Unternehmen, 12 Krankenhäuser oder Kliniken und 3 Strafvollzugsanstalten. “Ich schätze, dass MKULTRA den Steuerzahler etwa 10 Millionen Dollar gekostet hat”, sagte Turner. Natürlich waren nicht alle MK-Ultra Projekte so pervers wie die von Dr. Isbell.
Seit den Untersuchungskommissionen Mitte der 70er Jahre (Church-Committee und Pike-Committee) zu den Aktivitäten der CIA im In- und Ausland ist übrigens auch bekannt, dass die kürzlich wieder ins Gerede geratene Agentur für Internationale Entwicklung (USAID) als Front-Organisation für die CIA dient.
Doch MK-Ultra wurde 1963 zwar abgespeckt, einige Projekte ganz aufgegeben oder an Armee und Marine übergeben, doch Sidney Gottlieb führte eine ganze Reihe von Projekten bis ca. 1972 unter anderem Namen (MKSEARCH) fort. Insgesamt wurden seitens CIA (und Militär) also mindestens 20 Jahre lang die abartigsten Experimente an Menschen durchgeführt, alles im Namen der Nationalen Sicherheit, der Landesverteidigung und des Kampfes gegen Kommunismus und Sowjetunion.
Bowart fasst in “Operation Mind Control” einen der gemeinsamen Nenner von Forschungen an Drogen, Bewusstseinskontrolle, Verhaltensmodifikation und Hypnose durch CIA & Co wie folgt zusammen:
Das Interesse der Regierung an der Kontrolle des Geistes und der Motivierung unfreiwilligen Verhaltens konzentrierte sich nicht nur auf Einzelpersonen, sondern auch auf große Gruppen. Massenhypnose und „Massen-Psychologie“ waren bekannte Phänomene und zu diesem Zweck waren bereits Propagandatechniken entwickelt worden. Doch die Massen-Narkose war ein neues Konzept, aus dem die Idee einer „nicht tödlichen Kriegsführung“ hervorging, bei der riesige Bevölkerungsgruppen gleichzeitig oder in einer einzigen Aktion durch Drogen zur Unterwerfung gezwungen werden konnten. [Bowart, S. 84]
Die Möglichkeit, dass zukünftige Kriege vielleicht nicht mehr so blutig und quasi günstiger geführt werden könnten, erweckte großes Interesse, ja Begeisterung, bei Forschern und Experten, was möglicherweise Hintergrund der nachfolgend beschriebenen Aktion war.
Dass LSD und Heroin dank tatkräftiger Mithilfe der CIA und Universitätsprofessoren erst zu Studentendrogen wurden, sei hier wenigstens am Rande erwähnt. Allerdings war der LSD-Rausch nicht unbedingt etwas, was das Volk leichter steuerbar machte, weshalb ab ca. Mitte der 60er Jahre kaum mehr reines LSD unter die Leute kam, dafür aber mehr Heroin.
Das Massenexperiment in Pont-St.-Esprit in der Provence, 16. August 1951
Pont-St.-Esprit war im Sommer 1951 ein besinnliches mittelalterliches Städtchen in Südfrankreich, von dem man mit gutem Recht sagen konnte, dass dort nie etwas geschah. Das änderte sich ungefähr 2 Stunden vor Mittag am 16. August 1951, als ein unzusammenhängend und wirres Zeug redender Mann, der wild mit den Armen fuchtelte, als ob er von einem Schwarm Bienen verfolgt werden würde, in der Praxis von Dr. Jean Vieu auftauchte. Es handelte sich um einen jungen Bauern aus der Nachbarschaft. Gerade als es dem Doktor gelungen war, den Mann einigermaßen zu beruhigen, erschien ein weiterer Nachbar mit ähnlichen Symptomen in der Praxis, im Griff von Halluzinationen.
Dann ging es erst richtig los. Sozusagen aus heiterem Himmel gebärdeten sich Menschen, die normalerweise angesehen und respektiert waren, wie toll. Einige Bürger sprangen aus den Fenstern in die Rhone, andere rannten durch die Straßen und riefen, sie würden von Löwen, Tigern oder Banditen mit Eselsohren verfolgt. Ein elfjähriger Junge warf sich auf seine Mutter und wollte sie erdrosseln, ein anderer Junge rief, die Toten auf dem Friedhof seien auferstanden und sie kämen um sie alle zu fressen. Ein Mann glaubte, sein Magen sei voll von Schnecken, ein Mädchen sah Blut von der Decke strömen, und unweigerlich glaubte mindestens eine Frau, die zweite Auferstehung stehe bevor und man solle bereuen, solange es noch ginge. Andere zogen sich halb oder ganz aus, und wandelten selig lächelnd durch die Straßen.
Bis zum Abend des 16. August waren 75 delirierende Patienten in Behandlung, viele mussten festgeschnallt werden. Eine Scheune wurde zum Spital umgewandelt. Zwei Tage später war die Gesamtzahl der betroffenen Menschen auf ca. 250 angestiegen. 32 Menschen wurden in eine Irrenanstalt verbracht, etliche Personen hatten sich verletzt, drei Männer und eine Frau starben. Drei der Opfer hatten ernsthafte Vorerkrankungen, doch das vierte Opfer war ein junger, bislang gesunder 25-jähriger Mann. Selbst Hunde und Katzen waren nicht immun, mehrere Tiere fielen tot um. Ein Hund saß auf dem Marktplatz und heulte eine Stunde lang die Sonne an.
Ein zum Tatort gerufener Polizist merkte später an, dass während des Vorfalls keine sexuellen Handlungen, Vergewaltigungen oder Belästigungen begangen worden seien. Und das, obwohl viele Menschen von einer seltsamen Euphorie besessen zu sein schienen und überschwänglich ihre Liebe zur Welt und allen ihren Bewohnern bekundeten.
Gerüchte mit einem Körnchen Wahrheit
Selbstverständlich kochte in diesen Tagen die Gerüchteküche über. Einige Stadtbewohner behaupteten, der örtliche Gendarm habe die Wasserversorgung der Stadt vergiftet. Es kursierte die Geschichte, dass ein Verrückter Amok lief und Gift in Lebensmittel und Wasser goss.
Beim Lesen dieser Vorgänge kamen mir plötzlich lebhaft die Geschichten aus dem Jahr 1348 in den Sinn, als während der Pestzeit ausgerechnet in Frankreich eine Art sich ausbreitender Tanzmanie und andere Ausbrüche von Tollheit zu beobachten waren. Zur gleichen Zeit wurden die Juden verdächtigt, die Brunnen zu vergiften.
Eines der Gerüchte in Pont Saint Esprit behauptete, ein entlassener Priester habe einen schrecklichen Fluch auf die Stadt gelegt und schwarze Messen abgehalten, die zu dem sich ausbreitenden Wahnsinn führten. Satan selbst soll aus den Tiefen der Hölle auf die Erde entlassen worden sein. Es kursierten auch andere, pragmatischere Gerüchte. Vielleicht hatte dieses tief fliegende, nicht gekennzeichnete Flugzeug am Morgen des Ausbruchs die Stadt mit einer unbekannten Substanz besprüht. Oder es könnten diese gut gekleideten ausländischen Fremden gewesen sein, die am Tag zuvor durch die Stadt gekommen waren und in ihrem Gefolge vielleicht teuflische Taten begangen hatten. [Albarelli, S. 352]
Was war wirklich passiert? John C. Fuller kam zu dem Schluß, dass der bizarre Vorfall auf die Einnahme von Mutterkorn zurückzuführen sei, was für sich gesehen ziemlich schwach klingt. Schließlich waren ja auch Tiere betroffen vom Wahnsinn und Tod, Andere Experten vermuteten eine Art Bleivergiftung. Andererseits wurde auch Albert Hoffmann von Sandoz Basel (s. letzter Teil) als Berater hinzugezogen. Für mich als spätes Kind der Hippy- und Power-Flower Generation deutet alles auf LSD oder eine andere psychotropische Droge hin und J.P. Albarelli meint sogar starke Belege dafür gefunden zu haben, dass die Special Operation Division (SOD) von Camp Detrick in Zusammenarbeit mit der CIA in Pont-St.-Esprit ein Gemeinschaftsexperiment durchführte.
A Terrible Mistake
Das Buch “A Terrible Mistake” von Albarelli dreht sich in erster Linie um den Tod von Frank Olson, der aus 30 Metern Höhe durch ein geschlossenes Fenster in den Tod sprang. Olson hatte in Camp Detrick und für die CIA an Methoden gearbeitet, gewisse Stoffe, wozu anzunehmender Weise LSD oder BZ gehörten, als Ärosol zu versprühen. Das entsprechende Fachgebiet trägt den Namen aerobiology.
In den Jahren 1946/47 arbeitete Olson eng mit dem Bakteriologen Dr. Theodor Rosebury zusammen, der ein hochtechnisches 200 Seiten starkes Dokument mit dem Titel “Experimental Air-Borne Infection” produzierte. Die Monographie berichtete über die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung, die zwischen Dezember 1943 und Oktober 1945 im Camp Detrick durchgeführt worden war. Die Untersuchung fällt somit in die Anfangszeit von Camp Detrick. Konkret bestand die „zugewiesene Aufgabe“ darin, eine spezielle Kammer „für die Untersuchung von über die Luft übertragbare hochinfektiöse Erreger zu entwerfen” und zu bauen, mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen für das operierende Personal, das reproduzierbare, quantitative Daten und Informationen über kleine, per Inhalation infizierte Labortiere liefern sollte.
Jedenfalls schrieben Dr. Rosebury und ein anderer Bakteriologe, Dr. Elvin A. Kabat, dass die Ausbringung von infektiösen Stoffen per Flugzeug sicherlich die beste Methode wäre. In dem Papier wurde weiter betont, dass kleine, tief fliegende Flugzeuge ideal für den Transport bestimmter biologischer Kampfstoffe „gegen versammelte Bodentruppen oder die Zivilbevölkerung“ seien.
Olson soll über das Experiment in Frankreich geredet haben, wurde anlässlich eines Treffens, bei dem auch Sidney Gottlieb anwesend war mit LSD und Meretran, eine Wahrheitsdroge, gedopt, verfiel daraufhin in Depressionen und stürzte schließlich durch ein geschlossenes Fenster (!) in den Tod. Erst viele Jahre später gab die CIA den Sachverhalt zu, nicht jedoch natürlich, das Experiment in Frankreich durchgeführt zu haben. Im Besitz von Olson fand der Sohn, Eric, irgendwann einen Filmausschnitt, der ein startendes Militärflugzeug zeigte, eines von der Art, wie sie zum Versprühen von Unkrautvernichtungsmitteln eingesetzt werden. Olson habe diesen Film bei einem seiner Aufenthalte in Europa aufgenommen, was wiederum zu den Beobachtungen einiger Einwohner von Pont-St-Esprit passen würde, die ein nicht gekennzeichnetes tiefliegendes Flugzeug über der Stadt beobachtet haben wollen und zu den “gut gekleideten ausländischen Fremden”, die am Vortag gesichtet worden waren.
Zwei anderen Forschern, die sich mit dem Mysterium von Olsons Tod befassten, fiel ein ziemlich kryptisches Memo in die Hände, das offenbar an CIA-Direktor William Colby und die Rockefeller-Kommission geschickt worden war. Darin wurde der “Pont Saint Esprit incident” erwähnt. Weitere Forschungen offenbarten, dass Olson wenige Wochen bevor er selbst mit LSD und Meretran gedopt wurde, während zwei Gelegenheiten über ein geheimes SOD-Projekt mit der Bezeichnung Projekt SPAN geredet hatte, das im August 1951 in Pont Saint Esprit stattgefunden hatte.
Aus Albarellis Buch geht es nicht ganz eindeutig hervor, aber Saracco und Bibb, die beiden Olson Forscher, scheinen die beiden Adressaten der Indiskretionen Olsons ausfindig gemacht und befragt zu haben. Es folgen die entscheidenden Textstellen aus Albarellis Buch:
Die Frage wurde den beiden Quellen gestellt: "„War dies der Vorfall in Pont-St.-Esprit in Frankreich, die ‚unamerikanische Aktivität‘, auf die in den Papieren Bezug genommen wird, die William Colby den Olson’s gegeben hat?”
Wenig überraschend war die Antwort. “Ja”
War Pont-St.-Esprit ausschließlich eine SOD-Operation?
Nein. Es war eine Pre-Artichoke Gemeinschaftsoperation von SOD und dem CIA-Security Office.
Auf die Frage hin, ob auch französische Dienste an der Operation beteiligt waren, schwiegen die Quellen. Albarelli machte schließlich einige ehemalige Camp Detrick-Wissenschaftler ausfindig, die unter der Bedingung der Anonymität bereit waren, wenigstens so viel zu sagen:
Das Pont-St.-Esprit-Experiment umfasste das Versprühen einer starken LSD-Mischung in Aerosolform sowie „die Kontamination lokaler Lebensmittel“. Womit die gut gekleideten ausländischen Fremden ins Spiel kommen, die von einigen Einheimischen am Vortag bemerkt worden waren.
IV - Hypnose und “Einzeltäter”
Warum Oswald nicht hypnotisiert wurde, um Kennedy zu ermorden
Warum ich trotz allen möglichen Mythen und Hinweisen darauf, dass Oswald vielleicht hypnotisiert wurde, und den Befehl erhielt Kennedy zu ermorden, nicht an diese konkrete Möglichkeit glauben kann, hat folgenden einfachen Grund: Lee Harvey Oswald hatte schlichtweg nicht die Zeit, vier Stockwerke in weniger als 1,5 Minuten hinunterzulaufen (der Aufzug war im obersten Stockwerk blockiert) - und das auch noch völlig lautlos auf einer Holztreppe -, um dann völlig cool, keineswegs außer Atem mit einer Cola in der Hand von einem Polizisten befragt zu werden. Hinzugefügt sei, dass er mit dem verdächtigen Gewehr (das übrigens in einem sehr schlechten Zustand war), das hinter ein paar Kartons aufgefunden wurde, in ungefähr 6 Sekunden, welche anhand Filmaufnahmen und Forensik als gegeben angenommen werden müssen, keine drei Schüsse auf Kennedy hätte abgeben können. Schon gar nicht von Oswald, der während seiner Militärzeit (und in der Sowjetunion) allenfalls als mittelmäßiger Schütze bekannt war. Dass die aufgefunden Patronenhülsen schön aufgereiht nebeneinander lagen, was soll man dazu sagen?
Selbst falls Oswald tatsächlich auf Kennedy geschossen haben sollte, war er jedoch keineswegs ein Alleinattentäter. Tatsache ist, dass dieser Umstand mit aller Kraft vertuscht und verheimlicht wurde. Warum? Zu verschiedenen Theorien und Begründungen, warum vertuscht wurde, siehe Die Verschwörung zur Ermordung von Präsident John F. Kennedy. Aber (nicht nur) meiner Meinung nach hat Oswald nicht einmal einen einzigen Schuss auf Kennedy abgefeuert. Alles deutet darauf hin, dass Oswald tatsächlich zum Patsy bestimmt worden war, wie er selbst vor Reportern sagte.

Die Verhöre, die die Dallas Police mit Oswald in seinen beiden letzten Tagen führte, sind verloren gegangen oder es wurden nie Protokolle angefertigt. Ist es nicht unglaublich? Innerhalb von 3 Jahren starben 18 Zeugen, die wichtige Hinweise zur Sache hätten geben können. Drei davon waren Stripperinnen in Ruby´s Carousel Club. Penn Jones, Editor einer Zeitung in Texas, dem die Mordserie zuerst auffiel, notierte bis 1975 ca. 50 verdächtige Todesfälle in Zusammenhang mit Kennedys Ermordung und Oswald.
Es gibt mehrere Gründe, warum Oswald nicht in irgendeiner Art und Weise hypnotisch beeinflusst werden musste, um Kennedy zu erschießen. Entweder er wollte es sowieso, was aber, wenn überhaupt, nur schwer belegt werden kann, sondern im Gegenteil: Ein paar Wochen vor dem Attentat nahm er Kennedy noch öffentlich in Schutz. Wenn er es aber war, warum hat er dann die Tat eigentlich nicht stolz bekannt? Außerdem passt Oswald nicht zur Tatsache eines perfekt durchgeführten Attentates, bei dem eindeutig Profis am Werk waren. Oswald jedoch war kein Profimörder.
Dass Oswald als Patsy eingeplant war, erscheint mir nach wie vor die wahrscheinlichste These.
Oswald benahm sich nach dem Attentat definitiv nicht wie jemand auf der Flucht. Als der Bus im Stau stecken blieb, beschloss Oswald nach ein paar Minuten ein Taxi zu nehmen. Als er bemerkte, dass eine ältere Dame ebenfalls nach einem Taxi suchte, machte er ihr das Angebot, sie solle es nehmen, was die Dame großzügig ablehnte. Verdächtig gemacht haben soll ihn, dass er seinen Arbeitsplatz wenige Minuten nach dem Attentat verließ, doch das traf auf mehrere Personen zu (insgesamt elf oder zwölf). Er sagte anscheinend aus, dass er sich nach der ganzen Aufregung um das Attentat ausrechnete, dass an Arbeit nicht mehr zu denken war.
Andererseits wäre die natürlichere Reaktion in so einer Situation gewesen, in der Nähe des Schauplatzes zu verbleiben, wo gerade ein Attentat auf den Präsidenten verübt worden war, um mehr herauszufinden.
Die Theorie geht um, dass Oswald etwa 40 Minuten nach dem Attentat auf Kennedy das betreffende Kino als Treffpunkt aufsuchte (wo er sich sehr seltsam verhielt, als suche er jemanden, von dem er nicht wusste, wie der aussah), weil er hoffte außer Landes gebracht zu werden. Oswald soll sich überdies verdächtig gemacht haben, weil er sich ohne Ticket Zutritt in das Kino verschafft hatte. Warum soll er sich nicht die Mühe gemacht haben, ein paar Cent Eintrittsgeld zu bezahlen? Hier kommt ziemlich sicher eine andere Person als Oswald in Frage, was die Anzahl der Rätsel weiter erhöht.
Als Oswald im Kino verhaftet wurde, soll er sich gewehrt haben und sogar versucht haben, einen Schuss aus seinem Revolver abzugeben, der jedoch versagt haben soll. Nicht auszuschließen ist, dass diese Behauptung erst später in die Welt gesetzt wurde, denn er rief auch laut und deutlich, dass er sich nicht wehren würde. Vielen offenen Fragen zu Oswald, z.B. auch zur Officer Tippit, der kurz nach dem Kennedy-Attentat von Oswald erschossen worden sein soll, wird im Link oben und in Nazis, KGB, Oswald nachgegangen. Es existiert ein Berg an Zweifeln bezüglich Oswalds Rolle bei der Verschwörung zur Ermordung von Kennedy und eine ähnliche Anzahl an Hinweisen auf eine Verschwörung von höchster Stelle - womit konkret Lyndon Baines Johnson gemeint ist, der tatsächlich in mehrere (andere) Morde verwickelt war!
Anders sieht es aus mit dieser Patsy-Geschichte, dass Oswald also irgendwie programmiert oder wenigstens veranlasst wurde, Dinge zu tun, die ihn späterhin verdächtig wirken ließen. Doch auch die meisten widersprüchlichen bis verdächtigen Handlungen Oswalds in der Zeit vor dem Attentat ließen sich leichter mit seinen geheimen Tätigkeiten für das FBI, ONI usw. oder gar einem Doppelgänger erklären. Es gibt in der Tat mehrere dokumentierte Beispiele für Situationen, in denen sich Leute für Oswald ausgaben, sich Oswald nannten und auch noch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem “echten” Oswald hatten. Während Oswald z.B. an einem Geburtstag war oder sich anderweitig aufhielt.
Nichtsdestotrotz kamen mir bei den Recherchen zur “Verschwörung zur Ermordung von Präsident John F. Kennedy”, genauer gesagt im Artikel Nazis, KGB, Oswald mindestens 2 Personen aus Oswalds näherem Umfeld unter, die sich mit Hypnose beschäftigten. Einer davon war David Ferrie, von dem gemunkelt wird, er habe sich mit einer Verschwörung zur Ermordung des Präsidenten befasst.
Hypnotiseur-Geschichten rund um Oswald
David Ferrie war nicht nur Pilot, der an den inoffiziellen CIA-Angriffen auf Kuba aktiv mitwirkte und kannte Oswald seit dessen 17. Lebensjahr von der Civil Air Patrol (CAP) her, sondern er war auch Hypnotiseur – nach seinem Tod wurden mehrere dicke Bücher über Hypnosetechniken und Post-Hypnose in Ferrie’s Wohnung gefunden. David Ferrie starb unverhofft just nachdem er gegenüber Staatsanwalt Garrison eine vertrauliche Aussage machen wollte - angeblich an Hirnschlag. Er hinterließ zwei Abschiedsbriefe. Garrison bemerkte zu diesem seltsamen Umstand sinngemäß, es wäre ein seltsamer Zufall, dass Ferrie zwei Selbstmordbriefe schrieb, just als er an natürlichen Ursachen starb.
Und nun stellte sich so mancher Forscher die Frage, ob Oswald in irgendeiner Weise von Ferrie kontrolliert wurde. Oder von den Russen. Wie ein Mr. Basye überzeugt war. Oswald hätte unter dem hypnotischen Beeinflussung durch den russischen Geheimdienst gestanden, wo man ihm eingegeben hätte, den amerikanischen Präsidenten zu ermorden. Und Marina hätte praktisch durch irgendeine Handlung den post-hypnotischen Befehl ausgelöst.
Darüber hinaus veröffentlichte 1967 ein Autor unter dem Namen Lincoln Lawrence das Buch „Were we controlled?“. Der Autor ging der These nach, ob Lee Harvey Oswald durch eine ziemlich unglaubliche Methode namens RHIC-EDOM kontrolliert wurde. Die Buchstaben stehen für Radio Hypnotic Intra-Cerebral Control-Electronic Dissolution of Memory. Mithilfe dieser Technik - es dreht sich dabei um ein Implantat - wäre es möglich die Testpersonen zu steuern und gleichzeitig die Erinnerung an die Hypnosesitzung zu löschen. Tatsächlich hatte der Wissenschaftler Delgado Mitte der 50er Jahre einem ausgewachsenen Stier Elektroden einsetzen lassen, die er mittels einer Handsteuerung aktivieren konnte. Delgado machte die Probe aufs Exempel, ließ den Stier auf sich losstürmen und stoppte diesen mittels Knopfdruck mitten im Lauf.
Zu Lawrence ausgefallener Theorie in Kürze: Laut offziellen russischen Akten wurde Oswald am 30. März 1961 im Krankenhaus in Minsk behandelt. Angeblich klagte Oswald über Schmerzen im rechten Ohr und schwachen Hörsinn. Oswald blieb 10 Tage im Krankenhaus, wo er zwecks Entfernung der Nasenpolypen oder Mandeln („adenoid“ ?) behandelt worden wäre, was selbst in Russland eine ziemlich lange Zeitspanne für so eine Operation gewesen wäre. Lawrence behauptet nun, Oswald wäre bei dieser Gelegenheit eine kleine „Elektrode“ eingesetzt worden, die per Funk aktiviert werden konnte. Oswald würde auf bestimmte Signale reagieren, auf die er vorab hypnotisch konditioniert wurde.
Genau über dieses Szenario spekulierte CIA-Direktor John McCone, der Nachfolger von Dulles, in einem geheimen Memorandum ausgerechnet an den Chef des Secret Service, James Rowley, der in der Verschwörung zur Ermordung von Präsident Kennedy eindeutig eine sehr zweifelhafte Rolle spielte. Denn wer hätte die Autorität gehabt, die Sicherheitsvorkehrungen für Kennedy in Dallas entscheidend zu schwächen, wenn es nicht der Chef des Secret Service war? Außerdem verzögerte Rowley seinen Auftritt vor der Warren Kommission praktisch bis zum letzten Augenblick, bis kurz vor Abschluss des Berichtes.
Hier mein Kommentar: Ich habe nicht die geringsten Zweifel daran, dass so etwas versucht wurde. Vielleicht kann man eine Person sogar dazu bringen, eine andere Person umzubringen. Aber, eine Person derart zu programmieren oder fernzusteuern, eine komplizierte Abfolge von Handlungen zu vollziehen, die alle mit höchster Präzision durchgeführt werden müssen, das scheint mir eher Fiction als Science zu sein. Schon gar nicht konnten die angeblichen russischen Kontrolleure 1,5 Jahre vor dem Attentat Details des Tagesablaufs von Kennedy am 22. November 1963 kennen oder ihn ins Texas Book Depository Gebäude bugsieren. Überaus fraglich ist sowieso, welches Interesse die Sowjets am Tod Kennedys gehabt haben könnten.
Natürlich interessierte sich die CIA sehr für die Hypnose- und Gehirnwäschetechniken, die hier aufscheinen. 1956 übersandte CIA-Direktor Allen Dulles ein Memorandum an FBI-Chef Hoover, in dem das Übel der „kommunistischen Steuerung“ beklagt wird. Das Dokument befürwortet das Training Einzelner, damit diese kommunistischen Versuchen zur Gehirnwäsche widerstehen könnten (Memo vom 25. April 1956). Vor der Warrren-Commission erklärte der stellvertretende Direktor für Planung (DDP), Richard Helms, hingegen fest, dass die sowjetischen Studien zur Gedankenkontrolle weit hinter dem Westen herhinkten - was konkret hieße, dass die USA allen anderen Nationen in dieser Hinsicht voraus waren.
Mehr Hypnose-Storys rund um Oswald
Anstatt Ferrie, der sich in diesem Punkt eher nicht schuldig erklärte, allerdings in den 60er Jahren ziemlich verfrüht verstarb (einer aus einer langen Reihe von Morden in Zusammenhang mit der Ermordung Kennedys) kam das angebliche Tagebuch eines gewissen Eric Ritzek zum Vorschein. Das Tagebuch wurde im August 1964 bei einem Fahrkartenschalter der Trailways Busstation gefunden. Bald hatte auch das FBI Kopien des seltsamen Werkes, dessen Autor behauptete, er hätte Lee Harvey Oswald und Jack Ruby hypnotisiert und diese zu ihren Taten veranlasst.
Ritzek, sein Freund Charles, und Oswald - so das Ritzek-”Tagebuch” - sollen im September gemeinsam im Bus nach Mexiko gereist sein, von einem sehr suspekten Osborne, der nach anderen Angaben praktisch neben Harvey gesessen sein soll, schreibt Ritzek wohl nichts. Siehe hierzu Nazis, KGB, Oswald. Der Tagebucheintrag für den 29. September 1963 lautete:
„I find Lee Harvey Oswald an intelligent person. Surely, hateful and at odds with the Universe … his thoughts are confused. I will put them in order to my satisfaction. The American President will die in Dallas, Texas … he has no choice, I am his master, the skilled craftsman … a glorious Frankenstein monster I have created“ (p. 329-330)
Harvey soll zwar bereits am 28. September in Mexiko gewesen sein. Und wie will Ritzek Oswald dazu bewegt haben, einen Job im TSBD zu finden, wo er erst 6 Wochen vor dem Attentat seine Stellung antrat? Man mag den Urheber des Tagebuchs für einen Spinner halten, gewiss, und sich mit dieser Erkenntnis begnügen. Warum schrieb dieser Ritzek aber auf der zweiten Seite seines Tagebuches folgenden Eintrag?
„Ritzek-Albert Schweitzer College, Switzerland, enrolled/files“. Zur Erinnerung: Bevor Oswald 1959 in die Sojwjetunion ausreiste, behauptete er, er habe sich am Albert Schweizer Institut in der Schweiz eingeschrieben. Offenbar war dies ein Vorwand, um einen Pass etc. zu erhalten. Das Problem mit diesem Institut ist, dass es so klein und unbekannt war, dass man sich fragen muss, woher sowohl Oswald als auch Ritzek irgendeine Kenntnis von diesem Institut erhalten haben wollen.
Als die Warren-Commission 1964 bei den Schweizer Behörden anklopfte, und Informationen verlangte, wurde deutlich, dass die Schweizer Behörden irgendwie keine Kenntnis vom Kolleg hatten, und eine geraume Zeit benötigten, um die spärlichen Informationen herbeizuschaffen.
Nun spielt noch ein dritter Hypnotiseur in die Geschichte mit hinein. Volkmar Schmidt. Vor dem Krieg soll Schmidt für Rockefeller’s Standard Oil als Geologe gearbeitet haben. Volkmar Schmidt sei wegen seiner Beteiligung an einer Verschwörung zur Ermordung Hitlers aus Deutschland geflohen. Andererseits, laut Edward Epstein, habe Schmidt während des 2. Weltkriegs für einen Psychiater gearbeitet, der Schizophrenie untersuchte. Schmidt lernte Oswald durch Vermittlung von George de Mohrenschildt kennen! Genauer gesagt: Die de Mohrenschildts gaben ein Dinner, zu dem außer den Oswalds nur zwei Gäste geladen waren: Everett Glover, Sohn eines Direktors von Radio Free Europe, eine CIA-Organisation, und Volkmar Schmidt. Oswald soll Schmidt als Faschisten bezeichnet haben, ließ sich aber dennoch zu einer Party von Schmidt einladen, bei der auch Ruth Paine anwesend war.
Schmidt wird außerdem als Könner in Sachen Hypnose beschrieben. Vielleicht hat Schmidt ja das Ritzek-Tagebuch geschrieben? Sie können gerne lachen … Schmidt wiederum machte die Oswalds mit den Paines bekannt. Nicht nur Ruth Paine sondern auch ihr Mann und ein weiteres Familienmitglied hatten damals Beziehungen zu CIA&Co. Ruth Paine nahm Marina unter ihre Fittiche.
Am 3. Dezember 1963 (?) „fand“ Ruth Paine wieder mal ein „Beweisstück“. Es war der Brief Oswalds an Marina, aus dem geschlossen werden kann (oder könnte), dass Oswald auf Ex-General Walker anlegte. Als Oswald das Foto vorgelegt wurde, das ihn mit einem Gewehr, nämlich der mutmaßlichen Mordwaffe, in der Hand zeigte, sagte er umgehend, das Foto sei eine Fälschung, er kenne sich damit aus.
Dass Oswald in seiner Jugend oder Kindheit einmal einem gewissen Dr. Hartog in die Hände fiel, der sich auch als Hypnotiseur betätigte und später vor der Warren-Commission aussagte, ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Befürworter der Hypnose-Theorie.
Apropos Beweismittel: Wussten Sie, dass Kennedys Gehirn, das irgendwo aufbewahrt wurde, ein paar Jahre später einfach verschwunden (!) war? Das erinnert an die unschätzbar wertvollen Original Apollo-Bänder, die einer Vernichtungsaktion zum Opfer gefallen seien. War wieder die Putzfrau schuld?
Warum wurde Präsident Kennedy ermordet?
In den vergangenen Jahren habe ich mich hunderte Stunden mit den Umständen rund um die Ermordung von Präsident John F. Kennedy und mit dem mutmaßlichen Mörder Lee Harvey Oswald befasst, wobei unter anderem zwei Artikel in Buchlänge herauskamen. Unbestreitbar hatte Kennedy jede Menge Feinde, s. dazu die Artikel. Doch eine feindliche Einstellung gegenüber einem Präsidenten ist eine Sache. Mordabsicht, die Mittel zur Verfügung zu haben, die Gelegenheit die Absicht zu verwirklichen und die Tat durchzuführen, das alles ist gewiss eine ganz andere Baustelle. Dazwischen liegen Welten.
Der fatale Fehler in der Untersuchung der Waren-Kommission bestand darin, dass sie rückwärts vorgegangen ist. Die Kommission nahm einen einzelnen Verdächtigen, der weder das Motiv noch die Mittel noch die Gelegenheit dazu hatte, und konstruierte die Fakten so, dass es den Anschein hatte, als ob er es getan hätte. [Ansom S. 9]
Hinzu kam wieder die ominöse “Nationale Sicherheit”, die geschützt werden sollte, was offenbar wichtiger war als Fakten und Wahrheit. In Wirklichkeit wurde die nationale Sicherheit Jahrzehnte lang geschützt durch überlappende Kreise bestehend aus CIA, Polizei und anderen Behörden und organisiertem Verbrechen.
Als besonders korrupt hervorgetan haben sich bei meinen Recherchen die Polizeibehörden von Boston, Las Vegas, Los Angeles und natürlich Dallas von den 50er bis 90er Jahren, wobei die Liste natürlich nur die Spitze eines sehr großen Eisbergs darstellt, denn in New York und insbesondere Chicago sah es gewiss nicht besser aus. Der hohe Korruptionslevel von Polizei und Justizbehörden dürfte insbesondere bei der Vertuschung der Morde an John F. Kennedy und Robert Kennedy eine große Rolle gespielt haben.
Schnittstellen und überlappende Kreise
Im Falle der Ermordung von John F. Kennedy kam noch die von der CIA geförderte Anti-Castro Bewegung hinzu, deren Mitglieder vor und nach der gescheiterten Schweinebucht-Invasion mit CIA, FBI und Mafia "im Bett lagen”. Der spätere CIA-Chef William Harvey und John Rosselli von der Mafia, der irgendwann zerstückelt und in ein Ölfass gepackt wurde, waren nachweislich dicke Kumpel. Dass Präsident Johnson als Krimineller bezeichnet werden muss, der von der Ermordung Kennedys auch noch gleich in mehrfacher Hinsicht profitierte, macht die Sache nicht besser.
Überschneidungen der Interessen von Mafia und gewissen CIA-Kreisen gab es in der Kuba-Sache und bezüglich der Südostasienpolitik, die Kennedy neu überdenken wollte. Ein erheblicher Teil des Einkommens der Mafia wurde durch den Opium bzw. Heroinschmuggel aus Südostasien generiert. Wenn die USA aber die Kontrolle in Südostasien aufgegeben hätten, wäre es womöglich auch Aus mit dem Heroinhandel gewesen. Ein anderer Teil des Mafia-Einkommens wurde durch Spielcasinos, wie in Las Vegas oder Kuba “erwirtschaftet”. Castro beendete das Spiel in Kuba und Robert Kennedy setzte zeitgleich dazu an, das organisierte Verbrechen zu zerschlagen und mit Las Vegas ein erstes Exempel zu setzen.
Obwohl die Mafia nicht zimperlich war, wenn es um Morde ging, und z.B. in den 40er und 50er Jahren in Europa bei der Niederschlagung der kommunistischen Gewerkschaften mit der CIA zusammenarbeitete, so scheint bei der Ermordung Castros eine Grenze gezogen worden zu sein. So übernahm Mafia-Boss John Rosselli wohl Aufträge, gedungene Mörder, Waffen und Giftstoffe nach Kuba zu vermitteln, bekanntlich wurde jedoch nie etwas aus den (CIA-) Plänen, Castro umzulegen. Fraglich ist daher, ob die Mafia als Ausführende des Kennedy-Mordes wirklich in Frage kommt, nicht einmal dann, wenn von höchster Stelle her das OK gegeben worden wäre.
Anders sieht es aus mit New Orleans Mafiachef Marcello, der durch Robert Kennedy schwer gedemütigt worden war, und angeblich heiße Rache geschworen hatte, um die Schmach wieder gutzumachen. Robert Kennedy umzubringen würde jedoch nichts nützen, solange sein Bruder Präsident war, und wenn herauskam, dass Marcello dahintersteckte, dann könnte er sich gleich auf den elektrischen Stuhl setzen.
Das Kunststück, Oswald als Patsy vorzubereiten und ihm auch noch rechtzeitig zur Dallas-Parade Kennedys einen Job in einem günstig an der Strecke gelegenen Gebäude zu verschaffen, ebenso wie weitere zu besprechende Details zu organisieren, scheint jedoch eher nicht die Handschrift der Mafia zu tragen.
John F. Kennedy wollte natürlich auch die CIA “in tausend Stücke” zerschlagen und die Steuervergünstigungen der Ölfirmen in Texas aufheben, womit er sich die Feindschaft der texanischen Ölmillionäre zuzog, von den einige, z.B. Murchison oder H. L. Hunt (der wiederum Johnson in der Tasche hatte), tatsächlich auch Kontakte zu hochgestellten Mafioso unterhielten. Murchison wiederum war ein Kumpel von D.H. Byrd, Besitzer des Texas School Book Depository, in dem Oswald am 22. November seinen letzten Arbeitstag verbrachte.
Nach der gescheiterten Invasion und Kennedys letztendlicher Kehrtwende in der Kuba-Politik wandten sich die Anti-Castros um Unterstützung an die amerikanischen “right-wingers”, zu denen auch die sogenannte weiß-russische Gemeinde in den USA und insbesondere in Texas zählten, die Kennedy für einen liberalen Schwächling und eine Bedrohung ihrer Interessen hielten, und deren Mitglieder auch in den Kreisen texanischer Öl-Miliardäre zu finden waren.
Mit den meisten dieser Kreise - pro-Castro, anti-Castro, CIA, FBI oder ONI, Nazis (in Oswalds Adressbuch fanden sich Kontaktdaten zu Lincoln Rockwell, dem amerikanischen Obernazi) und Weißrussen - würde Oswald früher oder später Berührungspunkte haben. Zu Weißrussen, texanischen Millionären und auch noch zur CIA (sowie ausgerechnet zu George H.W. Bush) hatte dann wieder der ehemalige Nazi-Fan George de Mohrenschild Verbindungen, der die Oswalds nach ihrer Rückkehr aus der Sowjetunion unter die Fittiche nahm und ihn in die Exil-weißrussische Gemeinde in Texas aufnahm. Texas war ein Schlangennest.
Weder Mafia noch texanische Nazis noch anti-Castros noch irgendwelche Öl-Multis sollten jedoch normalerweise Zugriff auf Interna des Weißen Hauses gehabt haben, z.B. welche Route Kennedy nehmen würde oder auf diese Einfluss haben, und diese Leute sollten auch nicht die normalen Sicherheitsbestimmungen für einen Präsidentenbesuch aushebeln können. Während Kennedys Tour durch die Südstaaten waren mehrere Warnungen vor einem bevorstehenden Attentat auf Kennedy eingegangen, woraufhin die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden waren. Außer in Dallas.
FBI-Chef Edgar Hoover wiederum , der noch Ende der 50er Jahren bestritt, dass es so etwas wie Organisiertes Verbrechen in den USA gab, hatte ebenfalls seine Probleme mit den Kennedys, denn er fürchtete um seinen Job, sollte Kennedy wiedergewählt werden.
Der langjährige CIA-Chef Allen Dulles und sein Vize Cabell hatten ihre Jobs nach der Schweinebucht-Sache verloren, dennoch kann ich mir Allen Dulles, nachdem ich mich viel zu viele Stunden mit seiner Karriere befasst habe, nicht als Oberplaner und Initiator der Ermordung Kennedys vorstellen. Dass er in der Warren-Commission tatkräftig dafür sorgte, die Alleintäter-Theorie als Tatsache hinzustellen, ist hingegen Fakt.
Als tatverdächtige Organisatoren des Attentates bleibt eine kleine Gruppe von Kennedy-Hassern übrig, die sich mit Interna von CIA und FBI auskannten, also auch leitende Funktionen in der einen oder anderen Organisation ausübten, und außerdem enge Kontakte zu Gleichgesinnten unter den Anti-Castro-Leuten und zu geschulten Assassinen hatten. Jemand wie E. Howard Hunt, der seinem Sohn selbiges auf dem Totenbett gestanden haben soll. Dass eine Art freischaffende Truppe von Assassinen existierte, ist mehr als eine bloße Möglichkeit, vielleicht Thema eines zukünftigen Artikels, aber auch in Nazis, KGB, Oswald recht ausführlich beschrieben.
Diese Schlussfolgerungen gehen unter anderem aus der Tatsache hervor, dass erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, Oswald mit Kuba in Verbindung zu bringen und als von Castro gedungenen Mörder hinzustellen, um Johnson und gewisse militärische Kreise (die übrigens ganz weit oben auf der Liste der Verdächtigen stehen) zur Invasion Kubas zu provozieren. Dieser Plan scheiterte letztendlich ausgerechnet aufgrund der massiven Vertuschungsaktionen der Warren-Commission.
Dass das Militär 1963 ganz wild darauf war, eine False Flag Aktion in Szene zu setzen, um einen Anlass für die offizielle Invasion Kubas zu haben, ist aktenkundig. Siehe dazu Die Verschwörung zur Ermordung von Präsident John F. Kennedy und “Operation Northwoods”.
Die Ermordung von Senator Robert Kennedy
Am 5. Juni 1968 wurde Robert F. Kennedy in Los Angeles ermordet. Im Zeitraum von 1963 bis 1968 wurden somit drei weithin bekannte und größtenteils geachtete Menschen ermordet. John F. Kennedy, Martin Luther King und Robert Kennedy. Hinzu kam 1965 Malcolm X, ein Führer der Schwarzenbewegung, der allseits wahrscheinlich weniger beliebt war, aber dennoch großen Einfluss ausübte. Alle vier hatten sich in der einen oder anderen Weise gegen den Vietnam-Krieg und die US-amerikanische Politik ausgesprochen. Mindestens drei der Morde wurden angeblich von verwirrten Einzeltätern verübt. Im Fall von Sirhan Beshara Sirhan ist die Charakterisierung “verwirrt” tatsächlich zutreffend, er konnte sich nicht einmal an seine Tat erinnern, obwohl er in kürzester Entfernung vom niedergeschossenen Kennedy mit einem Revolver in der Hand niedergerungen wurde.
Sirhan selbst war eher klein und schmächtig. Es benötigte drei kräftige Männer, um Sirhan am Boden zu halten - einer davon war Rosey Grier, ein Football-Player, ein anderer war Rafer Johnson, olympischer Athlet! Sirhan muss demnach geradezu übermenschliche Kräfte entwickelt haben, was an die eingangs beschriebenen Hypnose-Versuche erinnert.
Klarer könnte ein Mordfall nicht sein, dachten Sie? Dass er sich nicht erinnern konnte, wäre eine clevere Methode gewesen, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren? Das Problem ist - Sirhan lehnte es ab auf unzurechnungsfähig zu plädieren. Im Verlauf der Verhandlung entspann sich folgender Dialog zwischen Richter und Angeklagtem:
"“No, sir. I still maintain my original point. I plead guilty to murder and ask to be executed.”
“I thought I made it clear. The court will not accept the plea.”
“I am sorry,” sagte Sirhan. “I will not accept it.”
Geboren wurde Sirhan in Palästina und erlebte als kleines Kind die Gräuel des Krieges 1948 zwischen Israel und den arabischen Staaten mit. Später kam er in die Vereinigten Staaten. Von sämtlichen Arbeitgebern - er arbeitete z.B. an einer Tankstelle, als Jockey-Gehilfe auf einer Rennbahn, auf einer Farm oder als Gärtner - wurde Sirhan als geradezu vorbildlicher Mitarbeiter beschrieben. Sanft, höflich, aufmerksam, auf keinen Fall neigte er zu Gewalttätigkeit. Auch die Nachbarn wussten nichts Schlechtes über Sirhan zu berichten.
Am Tag vor dem Attentat wurde er auf einem Schießstand gesehen, wo er hundert oder mehr Schüsse abgegeben haben soll. Auch eine Frau und ein Mann waren bei dieser Gelegenheit in Kontakt mit Sirhan. Das Problem mit dem Attentat selbst war - die Schüsse, die Kennedy letztlich tödlich verwundeten, trafen Kennedy von hinten, Sirhan selbst aber stand vor dem Senator! Ein Zeuge sagte:
“ … I saw the explosion of the shells and I saw the Senator raise his arm practically in front of his face and then the second shot went off… “ Kennedy hob seine Arme in einer Abwehrreaktion vor sein Gesicht. Es scheint nichts anderes denkbar, als hätte er sich vor einem Angriff von vorne schützen wollen. Es gibt so viele Ungereimtheiten in der Geschichte von Sirhan, dem verwirrten Einzeltäter, dass hier gar nicht erst der Versuch unternommen wird, auf mehr als nur einige ausgewählte Details einzugehen.
Mehreren Zeugen fiel das seltsame, leere Lächeln des vorgeblichen Attentäters auf, als er sich auf Kennedy zubewegte. Sirhan ließ sich schließlich, nachdem er endlich zu Boden gerungen worden war (und keine Chance mehr hatte, an den Revolver zu gelangen), widerstandslos von der Polizei verhaften. Er war außergewöhnlich ruhig und gefasst. Mehrere Zeugen beschreiben gar ihren Eindruck, Sirhan sei inmitten all des Trubels die Ruhe selbst gewesen, vergleichbar - in meinen Worten - mit dem Auge eines Hurrikans.
Außerdem war Sirhan noch Augenblicke vor den Schüssen in Begleitung einer Frau gesehen worden, die wiederum mit einem Mann gesichtet worden war.
Sirhan war verwirrt, gewiss, aber von Einzeltäter kann keine Rede sein. Es scheint sogar der Fall zu sein, dass Sirhan, als er den Abzug drückte, überall hinschoß, nur nicht auf Kennedy. Dass letztendlich mehr Patronenhülsen gefunden und mehr Treffer von Beistehenden und Einschlaglöcher registriert wurden als Sirhans 8-schüssiger Revolver hergab, wurde - VERTUSCHT! Die Gesamtzahl der Einschläge belief sich auf (mindestens!) 13.
Die finalen Schüsse wurden laut Gutachten, das vor Gericht aber praktisch nicht erwähnt wurde, in einem Abstand von nur wenigen Zentimetern abgegeben. Sirhan kam Kennedy in Wirklichkeit nicht näher als 2-3 feet, was 60 bis 90 Zentimetern entspricht. Hierzu muss erwähnt werden, dass sich zur Zeit des Attentates Dutzende Personen im Umfeld Kennedys aufhielten.
Sirhan besaß ein Tagebuch, in dem an einigen Stellen sinngemäß geradezu manisch wiederholt wurde: “Kennedy muss sterben”. Nach all den Forschungen in Sachen Hypnose und multiplen Persönlichkeiten konnte ich den Verdacht nicht vermeiden, dass Sirhan mit mehreren Persönlichkeiten imprägniert worden war.
Im Laufe seiner Inhaftierung wurde Sirhan in mehreren Sitzungen der Hypnose unterzogen. Dabei wurde festgestellt, dass Sirhan überaus leicht hypnotisierbar war. Die Diagnose von Dr. Diamond, einem anerkannten Experten, und weiteren Ärzten lautete paranoide Schizophrenie. Sirhan wurde schließlich zu einer langen Haftstrafe verurteilt.
Im Gefängnis stellte ein Dr. Simpson die Diagnose seiner Kollegen während des Prozesses in Frage, denn: Der Fakt, dass Sirhan so leicht hypnotisierbar war, spräche dagegen, dass Sirhan ein Psychotiker sei. Und er stellte die Frage, warum Dr. Diamond Sirhan überhaupt hypnotisiert habe. Wollte er ihm irgendetwas suggerieren? Und überhaupt: Warum wurde Sirhan nicht einem Lügendetektor-Test unterzogen (was der Richter in der Verhandlung abgelehnt hatte)?
Dass im Laufe der Verhandlung gegen Sirhan auch noch Personen an Bedeutung gewannen, die irgendwie in der John F. Kennedy-Geschichte auffielen, was soll man dazu sagen? Ein Reporter der Washington Post verfügte beispielsweise über Insider-Informationen über Interna der Verhandlung. Zufällig war er der allerletzte, der David Ferrie lebend gesehen haben soll. Er sagte damals aus, dass er Ferrie ca. um 4 Uhr morgens verließ, und dass dieser zu diesem Zeitpunkt noch gelebt habe. Der Gerichtsmediziner kam zu dem Schluss, dass Ferrie bereits vorher gestorben sein muss. Andere Personen, die bereits einen Auftritt während der Untersuchungen zum Mord an John F. Kennedy hatten, tauchen auch in der Untersuchung des Mordes an seinem Bruder wieder auf.
Natürlich wurden auch in Sirhans Fall wieder Zeugenaussagen verdreht, Zeugen nicht gehört, Beweismittel vertauscht und vernichtet, und mindestens ein Zeuge starb auf verdächtige Weise. Wie soll man sich angesichts unzähliger seltsamer Zufälle und einer koordinierten Vertuschung von Morden des Eindrucks erwehren, dass innerhalb der Regierung der Vereinigten Staaten eine alternative geheime Regierung existiert, die auch noch Zugriff auf professionelle Attentäter hat?
Insgesamt konnte ich mich nach der Lektüre “A Lie too big to fail” der Einsicht nicht verschließen, dass Sirhan tatsächlich ein Hypnose-Opfer war, das für ein Attentat missbraucht worden war. Allerdings wurde Sirhan praktisch bis zum letzten Augenblick an die Hand genommen, und das ist beinahe wörtlich gemeint - denn die mysteriöse, nie gefundene Frau lächelte ihm noch Sekunden vor dem Attentat bestätigend zu - um dann letztendlich doch mindestens einen zweiten Attentäter die tödlichen Schüsse abgeben zu lassen. Sirhan war die perfekte Ablenkung, die es dem wahren Attentäter im Trubel ermöglichte, Robert Kennedy zu töten.
Die Möglichkeit steht meiner Meinung nach im Raum, dass ein schallgedämpftes Maschinengewehr im Spiel war, weil die Schüsse nicht wirklich laut waren und extrem schnell aufeinanderfolgend abgegeben worden sein müssen. Viele Aussagen von Anwesenden lauteten etwa wie folgt: Es klang, als ob Luftballons platzten, oder wie “fire cracker” oder wie Papiertüten, die zerplatzen. Kurz gesagt, es hat eher Pop-Pop gemacht als Kawumm. Eine Mini-sub-machine gun wurde ungefähr zu dieser Zeit von Mitch Werbell erfunden, der in extrem undurchsichtige Geschäfte mit der CIA verwickelt war. Oder es war neben dem verdächtigen Security-Mann Cesar von Ace Security, der hinter Kennedy stand, noch mindestens ein weiterer Attentäter im Raum, worauf einige Zeugenaussagen hindeuten. Sollte Cesar, der laut einigen Aussagen seine Pistole zog, eigentlich Sirhan umlegen, ebenso wie Ruby Oswald umbrachte? Fragen über Fragen.
Klar ist nur, dass außer Sirhan mindestens ein weiterer Attentäter im Raum war (wenn nicht mehrere) und dass Sirhan im Grunde genommen eine völlige Niete als Attentäter war. Und dass er ziemlich sicher hypnotisch manipuliert wurde - als Patsy.
“Einzeltäter” und Morde in Serie
Im Fall der Ermordung von Martin Luther King wenige Monate vor Robert Kennedy scheint ein Doppelgänger eine Rolle gespielt zu haben und um das Gewehr von Earl Ray, der Martin Luther King erschossen habe, gibt es eine große Kontroverse. Jedenfalls behauptet Richter Brown, der von dem Fall abgezogen wurde, steif und fest, das das Gewehr, das der letztendlich wegen des Mordes Verurteile Earl Ray für seine Tat benutzt haben soll, nicht die Mordwaffe gewesen sei. Dass also wieder geschlampt und vertuscht worden sei. Während jedoch im Fall der Ermordung John F. Kennedys jede Menge Begründungen angeführt werden können, warum man gerade zu diesem Zeitpunkt keine Verschwörung oder internationale Zwischenfälle gebrauchen könnte, ist dies im Fall von Martin Luther King und Robert F. Kennedy keineswegs so offensichtlich. Außer die Verschwörer hatten großen politischen Einfluss und schützten sich selbst.
Im Mai 1972 schoss Arthur Bremer auf den demokratischen Präsidentschaftskandidaten George Wallace, der an 9 verschiedenen Stellen verwundet worden sei. Wie Sirhan soll Bremer ein “albernes Grinsen” im Gesicht gehabt haben und “unglaublich gleichgültig gegenüber dem, was um ihn herum vor sich ging, erschienen sein.” Der Revolver des “einzelnen” Attentäters verfügte indes nur über 5 Kammern. Die New York Times stellte zaghaft fest, dass es “breite Spekulationen darüber gab, dass vier Personen durch maximal fünf Schüsse mindestens sieben verschiedene Wunden erlitten hatten.” Auch im Fall des Attentates auf John F. Kennedy musste mindestens eine “magische Kugel” herhalten, um Oswald zu belasten, nun waren es gleich ungefähr vier.
Zehn Jahre nach der Ermordung Robert Kennedys wurde John Lennon von einem weiteren verwirrten Einzeltäter erschossen, und der unternahm nicht einmal den Versuch zu flüchten. Dann wurde Ronald Reagan von einem Einzeltäter angeschossen, der zufällig mit der Familie Bush bekannt war, und in einer psychiatrischen Einrichtung landete. Sicherlich handelte es sich auch in diesem Fall wieder um einen verwirrten Einzeltäter.
Epilog
Zum Schluss stelle ich nun also wieder die eingangs gestellte Frage in leicht abgewandelter Form:
Stellen Sie sich vor, Sie seien Teil einer Gruppe von vielleicht 20 oder 30 mächtigen Personen, die bereits seit Ende der 40er Jahre über all die Mind Control-Experimente informiert wären, weil Sie diese Forschungen gefördert, finanziert oder beaufsichtigt hätten, und Sie verfügten darüber hinaus über einen absolut skrupellosen Stab von Wissenschaftlern, die bereits in der Vergangenheit jegliche moralische Vorbehalte fallen gelassen hatten oder weil kein Mangel an dieser Sorte “Wissenschaftlern” besteht, und die somit erpressbar wären. Eine oder mehrere aus dieser Gruppe waren in der Vergangenheit überdies auch noch aktiv mindestens an der Vertuschung von Morden beteiligt - was genau sollte Sie eigentlich davon abhalten den eigenen Präsidenten auf Linie zu trimmen, falls der aus der Reihe tanzt?
Hinweis: Joe Biden machte in den letzten Jahren häufig den Eindruck, als würde er kontrolliert werden, er agierte “automatenhaft”, war geistig abwesend, machte einen irgendwie dümmlichen Eindruck und musste bei mehr als einer Gelegenheit bei der Hand genommen werden. Außerdem war er natürlich mehrmals zu Behandlungen im Krankenhaus, wo man ihm ohne weiteres Vorschläge zur Entspannung hätte nahe gebracht haben können …
Übrigens fielen mir seltsame Parallelen zwischen der Untersuchungskommission zur Ermordung von John F. Kennedy (und nachfolgenden Komissionen), der 9/11 Commission und den schwächlichen Corona-Untersuchungskommissionen auf. Es waren und sind Vertuschungs-Komissionen.
PS: Wer diesen Beitrag gelesen hat und immer noch glaubt, unsere Regierungen, das Militär, Geheimdienste und akademische Institutionen können nie und nimmer unethische Massenexperimente an Menschen durchführen, dem ist nicht zu helfen … MK-ULTRA und MK-DELTA wurden vielleicht beendet, unter anderem, weil CIA&Co alles aus diesen Experimenten herausgezogen hatten, was es zu wissen gab und nun nicht mehr experimentiert werden musste, sondern vielmehr praktische Anwendungen gefunden worden waren. Anstatt dessen wurden neue Forschungsgebiete erschlossen, die z.B. etwas mit Strahlung, Frequenzen oder Gen-Manipulation zu tun haben.
Links
https://matrix169.wordpress.com/911-2/die-verschwoerung-zur-ermordung-von-j-f-kennedy/
https://matrix169.wordpress.com/3-reich/nazis-kgb-oswald/
https://matrix169.wordpress.com/geschichte/mafia-und-cia-murder-inc/
https://matrix169.wordpress.com/general-walker-und-die-nazis/
https://matrix169.wordpress.com/2016/11/19/911-fakt-und-fakes/
Literatur
A Terrible Mistake: The Murder of Frank Olson and the CIA´s Secret Cold War Experiments, H.P. Albarelli Jr., Trine Day, LLC 2009
The Search for the Manchurian Candidate - The CIA and Mind Control, John D.Marks, released by Rare Reactor
The Assassinations - Probe Magazine on JFK, MLK, RFK and Malcolm X, Edited by James DiEugenio and Lisa Pease, Feral House 2003
The Skorzeny Papers - Evidence for the Plot to Kill JFK, Major Ralph P. Ganis, Hot Books 2018
A Lie Too Big To Fail - The Real History of the Assassination of Robert F. Kennedy, Lisa Pease, Feral House 2018
A Secret Order - Investigating the High Strangeness and Synchronicity in the JFK Assassination, H.P. Albarelli Jr., Trine Day LLC 2013
The CIA and the Cult of Intelligence, Victor Marchetti & John D. Marks, Coronet Books 1974
“They´ve Killed The President!” - The Search for the Murderers of John F. Kennedy, Robert Sam Ansom, Bantam Books 1975
Operation Mind Control, Walter Bowart, Fontana 1978
Blood, Money & Power - How L.B.J. Killed J.F.K., Barr McClellan, Hannover House 2003 [Anmerkung: Mit den Schlussfolgerungen bin ich nicht einverstanden, aber der Autor weiß aus eigener Erfahrung und aufgrund ausgiebiger Recherchen einiges über die Geschäfte und Mordaffären des Präsidenten zu berichten]
The Money and the Power - The Making of Las Vegas and its Hold on America, 1947 - 2000, Sally Denton & Roger Morris, Alfred A. Knopf 2001
Government by Gunplay - Assassination Theories from Dallas to Today, edited by Sid Blumenthal & Harvey Yazijian, The New American Library, Inc. 1976



